Eisglätte in MV führt zu Patientenschwemme im KMG-Klinikum Güstrow
Patientenansturm im Güstrower Klinikum durch Eisglätte

Patientenansturm durch Winterglätte im KMG-Klinikum Güstrow

Der Winter 2025/2026 hat Mecklenburg-Vorpommern mit Schnee, Eis und gefährlicher Glätte fest im Griff. Die Folgen sind im KMG-Klinikum Güstrow deutlich spürbar, wo die Unfallchirurgie aktuell mit einem massiven Anstieg der Patientenzahlen zu kämpfen hat. Chefarzt Sergey Ivanov, Leiter des Zentrums für Orthopädie, Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie, steht von früh bis spät im Operationssaal und hat kaum Zeit für Pausen.

Dramatischer Anstieg der Behandlungsfälle

„Wir haben zwei bis drei Mal mehr Patienten als sonst“, berichtet Ivanov in einem Telefongespräch. „Die Zahl der Patienten ist vor allem in den vergangenen zwei Wochen gestiegen.“ Besonders extrem war der 6. Februar, als Eisregen auf eine bestehende Schneeschicht fiel und unter dieser sich vielerorts bereits eine Eisschicht gebildet hatte. Die Ferienzeit in Mecklenburg-Vorpommern war von besonders gefährlicher Glätte geprägt.

In der Notaufnahme werden viele Patienten ambulant behandelt, doch in die Unfallchirurgie kommen nur die schweren Fälle, die stationär aufgenommen und operiert werden müssen. Die Station mit ihren 36 Betten war ordentlich belegt, doch dank flexibler Lösungen konnten alle Patienten versorgt werden. „Wir konnten für die zusätzlichen Patienten Betten des AltersTrauma-Zentrums nebenan nutzen“, erklärt Ivanov. Die Ferienzeit hatte zudem den Vorteil, dass weniger reguläre OP-Termine angesetzt waren und Kollegen bei den dringenden Operationen helfen konnten.

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Vielfältige Verletzungsmuster bei allen Altersgruppen

Die Stürze ereigneten sich auf unterschiedlichste Weise:

  • Auf vereisten Gehwegen
  • Beim Aussteigen aus dem Auto auf glatten Parkplätzen
  • Durch unvorsichtiges Schlittern aus Spaß
  • Bei älteren Menschen, die nachsehen wollten, ob es draußen wirklich so glatt ist

„Die Stürze betrafen Menschen aller Altersklassen“, betont der Mediziner. Nur zwei Fälle wurden durch Schlittschuhlaufen auf zugefrorenen Seen verursacht. Die häufigsten Verletzungen waren:

  1. Sprung- und Handgelenkbrüche
  2. Schulterbrüche
  3. Hüft-, Becken- und Oberschenkelhalsbrüche (vor allem bei älteren Menschen)

Die Behandlung erforderte oft aufwändige chirurgische Eingriffe mit Schrauben, Platten und teilweise sogar Prothesen.

Besondere Risiken für ältere Menschen

Ältere Patienten sind besonders gefährdet, da sie häufig über weniger schützende Muskulatur verfügen und oft unter Osteoporose leiden. „Osteoporose betrifft nicht nur ältere Frauen, sondern auch ältere Männer“, erläutert Ivanov. Er empfiehlt Menschen über 50 die Einnahme von Vitamin D3 von Herbst bis Frühling, da im Winter in Mecklenburg-Vorpommern zu wenig Sonne scheint, um den Vitamin-D-Haushalt natürlich aufzufüllen.

Für den Muskelaufbau und -erhalt rät der Chefarzt zu regelmäßiger Bewegung:

  • Zwei- bis dreimal wöchentlich kontinuierliche Anstrengung
  • Auch Spaziergänge sind effektiv
  • Keine „Weekend-Warriors“, die versuchen, versäumten Sport am Wochenende nachzuholen

Durch regelmäßige Bewegung wird nicht nur die Muskulatur gestärkt, sondern auch der Gleichgewichtssinn trainiert – beides wichtige Faktoren zur Sturzprävention.

Praktische Sicherheitstipps für glatte Tage

Für zukünftige Winter mit Glättegefahr hat Sergey Ivanov klare Empfehlungen:

  1. Ältere Menschen sollten auf unnötige Wege verzichten
  2. Glatte Wege möglichst meiden
  3. Bei unvermeidbaren Wegen besonders vorsichtig gehen
  4. Nicht extra nachsehen, ob es draußen glatt ist
  5. Bei Glätte auf Fahrradfahren verzichten

Obwohl der Frühling ab Sonntag Einzug halten soll, bleiben diese Ratschläge für zukünftige Winter relevant. Die Erfahrungen dieses Winters zeigen deutlich, wie gefährlich Eisglätte sein kann und wie wichtig vorbeugende Maßnahmen sind.

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