Rostock Business Club: Presseausschluss auf Wunsch von Höffner-Chef löst Debatte aus
Bei einer Veranstaltung des Rostock Business Club ist die Presse auf ausdrücklichen Wunsch des angekündigten Redners, des Unternehmers Kurt Krieger, Inhaber der Möbelhauskette Höffner, ausgeschlossen worden. Diese Entscheidung fiel nach Rücksprache mit der Firma Krieger, wie die Veranstalter bestätigten. Der Wirtschaftsminister Wolfgang Blank, der parteilos ist, wird dennoch ein Grußwort bei der Veranstaltung am Abend in Rostock-Warnemünde halten.
Oberbürgermeisterin sagt Teilnahme nach AfD-Spende ab
Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger von den Linken hat ihre Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt. Sie begründete dies mit einer Spende Kriegers an die AfD in Sachsen. „Ich kenne Herrn Krieger und habe mehrfach mit ihm gesprochen. Seine politische Haltung ist keineswegs rechtsextrem, aber wer 2024 mit viel Geld die AfD in Sachsen unterstützt hat, sollte spätestens heute eine klare Distanzierung vornehmen“, erklärte sie auf Anfrage. Das Rathaus verwies darauf, dass die AfD in Sachsen vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
Details zur AfD-Spende und Reaktionen
Über eine Firma Kriegers, das CMC Center Management, floss im Jahr 2024 laut AfD-Rechenschaftsbericht eine Spende von 18.000 Euro an die AfD in Sachsen. Der Rostock Business Club hatte die Veranstaltung als „inspirierende Keynote von Kurt Krieger, Inhaber der Krieger Gruppe und prägende Persönlichkeit der deutschen Möbelbranche“ beworben. Es sollten auch Informationen über ein neues Höffner-Projekt in Rostock-Schutow präsentiert werden, das für Wachstum, regionale Stärke und eine klare Vision stehen soll.
Krieger gab der Deutschen Presse-Agentur zunächst keine Stellungnahme zu der Spende ab. Der Zeitung „Bild“ hatte er vor einigen Tagen erklärt, sein Unternehmen sei „politisch völlig neutral“.
Politische Kritik und Unterstützung
Kritik an der Absage von Oberbürgermeisterin Kröger kam von Julia Kristin Pittasch, der Vorsitzenden der Rostocker Bürgerschaftsfraktion FDP/Unabhängige. Sie warf der Oberbürgermeisterin Symbolpolitik vor. Michael Meister, der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Schweriner Landtag, betonte, dass Kröger mit ihrem Verhalten dem Standort Rostock schade. Diese kontroversen Positionen unterstreichen die politischen Spannungen rund um die Veranstaltung.
Die Entscheidung, die Presse auszuschließen, hat zu einer breiteren Diskussion über Transparenz und politische Neutralität in der Wirtschaft geführt. Während einige die Privatsphäre des Unternehmers respektieren, sehen andere darin einen Mangel an Offenheit. Die Veranstaltung bleibt somit ein umstrittenes Thema in der regionalen Politik und Wirtschaft.



