Schmelzwasser-Flut in Neubauhof: Radwegebau als Ursache für wiederholte Überschwemmungen?
Schmelzwasser-Flut: Radwegebau als Ursache für Überschwemmungen

Wiederholte Überschwemmungen in Neubauhof: Radwegebau im Fokus der Kritik

In Neubauhof bei Gadebusch herrschen dramatische Zustände, nachdem Schmelzwasser von umliegenden Ackerflächen erneut das Grundstück einer Familie überflutet hat. Das Technische Hilfswerk aus Schwerin und die Freiwillige Feuerwehr Gadebusch waren im Einsatz, um mit Pumpen und anderen Hilfsmitteln gegen die Wassermassen anzukämpfen. Ein Nachbar unterstützte die Rettungsaktion sogar mit einem Minibagger, um zusätzliche Abflussrinnen zu graben.

Familie erhebt schwere Vorwürfe gegen Radwegprojektierung

Die betroffene Anwohnerin Brigitte Meyer macht die Planer eines Radweges für die wiederkehrenden Überschwemmungen verantwortlich. „Schuld sind die Projektanten des Radweges“, erklärt sie verärgert. Ihrer Aussage nach wurde bei der Errichtung des Radweges der vor dem Haus verlaufende Straßengraben gekappt, um den Weg auf die andere Straßenseite zu verlegen. Diese Unterbrechung des natürlichen Wasserabflusses habe dazu geführt, dass das Schmelzwasser nun ungehindert auf ihr Grundstück strömt.

Bereits im Juni 2019 war das Grundstück durch anhaltenden Regen überflutet worden, wobei Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro entstanden. Damals drang das Wasser in Schuppen, Flure und Ställe ein. Auch bei dem aktuellen Vorfall konnten nicht alle Gegenstände rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden – Strandkorb, Rasenmäher und Holzgartenmöbel wurden von den Fluten erfasst.

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Einsatzkräfte und Nachbarn leisten schnelle Hilfe

Während Eckhardt Meyer, der Ehemann von Brigitte Meyer, gemeinsam mit den Einsatzkräften nach Lösungen für den Wasserabfluss suchte, sprang Nachbar Martin Schwarz mit seinem Minibagger zur Hilfe. „Ohne sie säßen wir hier komplett im Wasser“, dankte Brigitte Meyer den Helfern. Die schnelle Reaktion verhinderte möglicherweise noch größere Schäden an den Gebäuden, deren volles Ausmaß jedoch noch nicht absehbar ist.

Martin Schwarz, der bereits bei früheren Unglücksfällen auf dem Grundstück half – etwa 2014, als ein Tornado sieben hundertjährige Tannen umknickte – bestätigt die Anfälligkeit des Areals für Wetterkapriolen. „Irgendwas passiert hier immer“, resümiert er die Situation.

Langfristige Folgen und offene Fragen

Die Familie Meyer kritisiert nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch die mangelnde Berücksichtigung ihrer Bedenken während der Radwegplanung. „Wir haben damals schon gesagt, dass das nicht gut gehen wird“, erinnert sich Brigitte Meyer. Sie fordert, dass bei der Nutzung von Grundstücksteilen für öffentliche Projekte auch angemessene Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser getroffen werden müssen.

Die wiederholten Überschwemmungen werfen grundsätzliche Fragen zur Infrastrukturplanung in ländlichen Regionen auf. Insbesondere die Wechselwirkung zwischen neuen Verkehrswegen und traditionellen Entwässerungssystemen muss sorgfältiger abgewogen werden, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.

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