Ueckermünde: Schulumbau verzögert sich – Fördergelder in Höhe von 750.000 Euro gefährdet
Die Bauarbeiten an der Regionalen Schule „Ehm Welk“ in Ueckermünde haben sich deutlich verzögert. Ursprünglich sollten die Umbauarbeiten zur Inklusionsschule sowie der Neubau von WC-Anlagen bis zum 31. Dezember 2025 abgeschlossen sein. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, was nun schwerwiegende finanzielle Konsequenzen für die Stadt haben könnte.
Fördermittel in Millionenhöhe stehen auf dem Spiel
Insgesamt belaufen sich die Baukosten auf fast 5 Millionen Euro. Davon entfallen 3,8 Millionen Euro auf den Umbau zur Inklusionsschule, der zu 75 Prozent vom Bund gefördert wird. Für diesen Teil waren Fördermittel in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro zugesagt. Der Neubau der WC-Anlagen kostet 1,1 Millionen Euro, wofür die Stadt 522.000 Euro Fördermittel vom Land Mecklenburg-Vorpommern erhält.
Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) nannte eine mögliche Summe von 750.000 Euro, die die Stadt selbst finanzieren müsste, falls die Fördermittel nicht in voller Höhe fließen. „Vom Bund gebe es klare Regelungen, dass der 31. Dezember als Termin für das Bauende einzuhalten sei“, erklärt Bauamtsleiter Sven Behnke. Die Abrechnung für alle fertiggestellten Arbeiten werde in den nächsten Wochen verschickt, erst danach werde die Stadt Bescheid erhalten, wie es sich mit der Förderung des Bundes verhält.
Stadt setzt alles auf Teilarbeiten
Um zumindest einen Teil der Fördergelder zu sichern, hatte die Stadt alles daran gesetzt, bestimmte Teilarbeiten noch bis zum Jahresende fertigzustellen und abnehmen zu lassen. Besser sieht es laut Behnke vonseiten des Landes aus, das die WC-Anlagen fördert. „Vom Land gibt es positive Signale“, so der Bauamtsleiter.
Falls weniger oder keine Fördermittel vom Bund fließen, müsse die Stadt für diese Summe einen Kredit aufnehmen, betont Bürgermeister Kliewe. Dies würde die Haushaltsplanung erheblich belasten und könnte andere Projekte verzögern.
Vielfältige Gründe für die Verzögerungen
Die Ursachen für die Bauverzögerungen sind vielschichtig. Es habe immer wieder Rückschläge bei den Ausschreibungen gegeben. Teilweise hätten sich keine Firmen beworben, sodass Ausschreibungen wiederholt werden mussten. Dadurch konnten andere Firmen nicht rechtzeitig mit ihren Arbeiten beginnen.
Zudem gab es lange Bearbeitungszeiten bei externen Gutachtern, etwa beim Prüfstatiker und beim Brandschutzingenieur, die beide beim geplanten Fahrstuhl am Hauptgebäude benötigt wurden. „Das seien Umstände, die die Verwaltung nicht zu vertreten habe“, betont Bauamtsleiter Behnke.
Ausblick und weitere Maßnahmen
Derzeit entsteht zwischen den beiden neueren Gebäuden der Regionalen Schule ein Zwischenbau für neue WC-Anlagen. Auch im Haus der ehemaligen Goetheschule ist bereits ein Behinderten-WC fertiggestellt worden. Der Fahrstuhl am Hauptgebäude, der im Zuge des Inklusionsumbaus entstehen soll, lässt jedoch weiter auf sich warten.
Die Stadtverwaltung arbeitet nun unter Hochdruck daran, die noch ausstehenden Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen. Gleichzeitig bereitet man sich auf die finanziellen Folgen vor, falls tatsächlich Fördermittel wegfallen sollten. Die Situation zeigt, wie komplex und anfällig für Verzögerungen große Bauprojekte sein können, insbesondere wenn sie von Fördermitteln abhängig sind.



