Hofflohmarkt-Festival in Schwerin: Über 100 Hinterhöfe laden zum Trödeln ein
Wenn sich in Schwerin die Tore zu Hinterhöfen und Gärten öffnen, Tische mit Trödel gefüllt sind und Nachbarn ins Gespräch kommen, dann ist wieder Hofflohmarkt-Zeit. Das Festival hat sich längst zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender der Landeshauptstadt entwickelt. Mit teils mehr als 100 teilnehmenden Höfen in verschiedenen Stadtteilen der Innenstadt verwandelt sich die Stadt an diesen Tagen in ein riesiges Flohmarkt-Paradies.
Nachbarschaftlicher Charakter steht im Mittelpunkt
Die Idee des Hofflohmarkt-Festivals bleibt bewusst einfach und charmant. Verkauft wird nicht auf großen, anonymen Märkten, sondern direkt im eigenen Hof oder Garten. Genau dieser nachbarschaftliche Charakter macht den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. Schon in den vergangenen Jahren zeigte sich, wie gut dieses Konzept bei Bewohnern und Besuchern ankommt. Zwischen DDR-Raritäten, Geschirr und kleinen Kuriositäten wird nicht nur gefeilscht, sondern auch viel gelacht und erzählt. Es entstehen Gespräche und Kontakte, die das nachbarschaftliche Miteinander stärken.
Auch im Jahr 2026 setzt Initiatorin Mariana Born wieder auf dieses bewährte Prinzip. Los geht es mit dem Hofflohmarkt-Festival in der Feldstadt am 30. Mai. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich noch bis zum 19. April anmelden. Die Anmeldung läuft unkompliziert per Paypal über die offizielle Festival-Website. Doch nicht nur private Hinterhöfe öffnen sich für das Event. Es gibt auch Flohmarktstände auf dem Karl-Liebknecht-Platz und bunten Trubel auf der großen Wiese am Bleicher Ufer, wo sich im vergangenen Jahr bereits viele Standbetreiber versammelten.
Termine und Anmeldefristen für 2026
Am 29. August geht das Hofflohmarkt-Festival dann in die zweite Runde. Dann öffnen sich die Hinterhöfe und Gärten in der Schelfstadt und der Werdervorstadt. Hier sind Anmeldungen ab dem 5. Juli möglich, die Frist endet am 26. Juli. Für beide Veranstaltungstage gilt: Die Teilnahme ist für Standbetreiber einfach organisiert und bietet eine perfekte Gelegenheit, ausgemistete Schätze mit anderen zu teilen.
Die Idee für dieses besondere Format entstand mitten in der Coronazeit und direkt vor der eigenen Haustür. Initiatorin Mariana Born, die selbst in der Schelfstadt lebt, wollte ursprünglich nur ihren überfüllten Keller ausmisten und organisierte kurzerhand einen Flohmarkt im eigenen Hinterhof. Aus dieser spontanen Aktion wurde schnell mehr: Mit Unterstützung der Schweriner Illustratorin Karen Obenauf, die unter anderem Flyer gestaltete, warb Mariana Born in der Nachbarschaft um Mitstreiter.
Schon kurz darauf meldeten sich die ersten 20 Höfe. Heute ist daraus ein Festival in der gesamten Innenstadt geworden, an dem sich regelmäßig mehr als 100 Hinterhöfe beteiligen. Das Wachstum zeigt, wie sehr das Konzept den Nerv der Zeit trifft und die Sehnsucht nach Gemeinschaft und lokalem Austausch bedient.
Gemeinnütziger Aspekt und lokale Unterstützung
Neben dem Trödeln und dem nachbarschaftlichen Miteinander spielt auch der gute Zweck eine große Rolle beim Hofflohmarkt-Festival. Ein Teil der Einnahmen aus Spendenboxen soll an gemeinnützige Organisationen in Schwerin gehen. Besonders bemerkenswert: Welche Vereine unterstützt werden, können die Teilnehmer sogar selbst mit vorschlagen. Diese demokratische Komponente stärkt die lokale Verankerung des Events.
Vergangenes Jahr wurde etwa der Kulturverein „Kombinat 63“ in Schwerin unterstützt. Durch diese Verbindung von Flohmarkt-Vergnügen und sozialem Engagement entsteht ein Mehrwert für die gesamte Stadtgesellschaft. Das Hofflohmarkt-Festival ist damit nicht nur eine Veranstaltung zum Stöbern und Kaufen, sondern auch ein Beitrag zum solidarischen Miteinander in Schwerin.



