Studio am See Festival in Neubrandenburg durch Insolvenzverfahren bedroht
Das beliebte Studio am See Festival in Neubrandenburg steht vor erheblichen organisatorischen Herausforderungen. Grund dafür ist ein laufendes Insolvenzverfahren gegen das Restaurant Hafenstunde, das traditionell wichtige Räumlichkeiten für das Musikfestival bereitstellt. Die Veranstaltung, die normalerweise jährlich zum Sommerabschluss stattfindet, ist für den 25. und 26. September 2026 geplant.
Insolvenzverfahren hat weitreichende Folgen
Das Restaurant Hafenstunde, das sich selbst als „etwas anderes Frühstückskaffee am Tollensesee“ bezeichnet, ist derzeit dauerhaft geschlossen. Das Insolvenzverfahren wurde bereits im November 2025 gegen die „gaumenfreude. Gastronomie & Verpflegungsmanagement UG“ eröffnet. Diese Thematik hängt mit dem laufenden Insolvenzverfahren rund um den Wilma-Pflegedienst zusammen, da die Hafenstunde Teil eines Firmen-Konglomerats war, das der ehemalige Wilma-Chef zusammengefügt hatte.
Die Hafenstunde bewirtschaftete mehrere Räume in der Halle 8 auf dem ehemaligen RWN-Gelände im Süden Neubrandenburgs. „Dadurch fallen in diesem Jahr Schlafmöglichkeiten für unsere Acts weg, und was viel schlimmer ist: Wir haben aktuell keine Backstage-Räume“, erklärt Caroline Wenndorff vom Neubrandenburger Studio-Verein. Es sei noch unklar, wo sich die Künstlerinnen und Künstler vor und nach ihren Auftritten aufhalten können, um zu entspannen, zu essen und sich frisch zu machen.
Suche nach alternativen Lösungen
Das Festival, das erstmals im Jahr 2021 stattfand und nun seine sechste Austragung plant, sucht intensiv nach Alternativen. „Wir sind in Kontakt mit Vereinen, die in der Halle Räume haben. Vielleicht können wir diese an unseren Festivaltagen nutzen“, hofft Wenndorff. Als Notlösung könnte in der alten Industriehalle am Tollensesee selbst ein Raum abgetrennt werden, der dann für die Musiker hergerichtet würde.
Diese Lösung wäre jedoch nicht optimal, da die Künstler dann weder einen Wasseranschluss noch Toiletten hätten. „Das wird eine echte Herausforderung für uns“, stellt das Vereinsmitglied klar. Trotz aller Schwierigkeiten bleibt sie optimistisch: „Wir kriegen das schon irgendwie gewuppt und werden eine Lösung finden.“
Vorbereitungen laufen trotz Unsicherheiten weiter
Die ehrenamtlichen Mitglieder des Studio-Vereins stecken bereits mitten in den Vorbereitungen für das Festival. „Alle Teams sind aus dem Winterschlaf erwacht und widmen sich ihren einzelnen Aufgaben“, berichtet Caroline Wenndorff. Dazu gehören das Stellen von Anträgen und das Buchen von Künstlern. „Wir sind als Team auch mittlerweile richtig gut eingegroovt, sodass die Vorbereitungen von Jahr zu Jahr besser werden und das Festival reibungsloser ablaufen kann“, sagt sie.
Vor dem Studio am See Festival stehen noch weitere Veranstaltungen an. Am 11. April ist eine Konzertnacht mit zwei Bands aus Mecklenburg-Vorpommern im Neubrandenburger Kino „Latücht“ geplant. Außerdem ist der Studio-Verein stark in die Vorbereitungen und Durchführung des Musikfestes „Fête de la Musique“ am 21. Juni in der Neubrandenburger Innenstadt involviert.
Das Studio am See Festival hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe in der regionalen Kulturszene entwickelt. Die aktuelle Situation zeigt, wie abhängig solche Veranstaltungen von lokalen Infrastrukturen und Partnern sind. Der Verein arbeitet mit Hochdruck daran, trotz der widrigen Umstände eine erfolgreiche sechste Auflage des Festivals zu realisieren.



