Tag der offenen Töpferei 2026: 91 Werkstätten in Mecklenburg-Vorpommern laden ein
Tag der offenen Töpferei: 91 Töpfereien in MV öffnen

Tag der offenen Töpferei 2026: Mecklenburg-Vorpommern ist Spitzenreiter

Mit den ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen erwachen in Mecklenburg-Vorpommern die Töpfereien zu neuem Leben. Die Drehscheiben beginnen zu rotieren, die Brennöfen werden gefüllt, und überall entstehen einzigartige Keramikstücke. Am 14. und 15. März 2026 ist es wieder soweit: Der Tag der offenen Töpferei lockt Kunsthandwerksfreunde in die Werkstätten des Nordens. Bundesweit öffnen mehr als 500 Töpfereien ihre Türen – allein 91 davon befinden sich in Mecklenburg-Vorpommern. Damit ist das Bundesland unangefochtener Spitzenreiter und verwandelt sich an diesem Wochenende in das wichtigste Ausflugsziel für Liebhaber handgefertigter Unikate.

Die Koordinatorin hinter der erfolgreichen Aktion

„Dass der Tag der offenen Töpferei bei uns so reibungslos funktioniert, verdanken wir vor allem Christiane Gregorowius aus Dambeck“, erklärt Alexander von Stenglin, erfahrener Töpfer aus Picher bei Ludwigslust. „Seit Jahren koordiniert sie als Keramikerin selbst die gesamte Aktion und meistert diese Aufgabe hervorragend.“ Viele Kollegen sind dankbar für ihr Engagement, denn sie hält die Töpferszene in Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Für die meisten Handwerker bedeutet dieses Event nach dem langen Winter den ersten nennenswerten Geldzufluss und bringt frisches Leben in die Werkstätten, in denen sie sonst oft allein arbeiten.

Ein Urgestein der Töpferszene: Alexander von Stenglin

Alexander von Stenglin gehört zu den erfahrensten Teilnehmern der Aktion. Gemeinsam mit seiner Frau Kat, die als Textilgestalterin feine Wandteppiche aus Naturfarben herstellt, öffnet er an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr die Türen seines urigen Hofes und der Galerie. „Wir sind von Anfang an dabei und begrüßen jedes Jahr zahlreiche interessierte Gäste“, berichtet von Stenglin. „Der Austausch mit den Besuchern macht immer wieder großen Spaß.“ Seine Karriere begann in einem kleinen Dorf nahe Schwerin, wo er eine intensive Lehrzeit absolvierte. Später ging er auf Wanderschaft durch Thüringen und Sachsen-Anhalt und arbeitete in 15 verschiedenen Werkstätten, darunter sogar in der originalen Bauhauswerkstatt in Dornburg.

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Neueinsteigerin mit innovativem Konzept: Konstanze Wodsak

Während Alexander von Stenglin zu den „alten Hasen“ zählt, ist Konstanze Wodsak aus Wismar in diesem Jahr erstmals dabei. In ihrer „Tonhalle Wismar“ bietet sie ein besonderes Konzept: Hier können Jung und Alt selbst an der Töpferscheibe sitzen und eigene Kreationen wie Tassen oder Schälchen gestalten. Ihre Töpferkurse erfreuen sich großer Beliebtheit – bei Familien, Geburtstagsgruppen und vor allem bei Frauen, die ihren Junggesellinnenabschied feiern. „Ich bin immer noch baff, dass ich sogar auf Stadtrundfahrten erwähnt werde“, freut sich Wodsak. Die Gästeführer zeigen Besuchern regelmäßig ihren kleinen Eckladen in der Wismarer Altstadt.

Ein Wochenende voller handwerklicher Faszination

Der Tag der offenen Töpferei bietet nicht nur die Möglichkeit, fertige Keramik zu bewundern, sondern auch Einblicke in die Entstehungsprozesse. Besucher können:

  • Den Töpfern direkt über die Schulter schauen
  • Die Funktionsweise traditioneller Brennöfen erleben
  • Einzigartige handgefertigte Stücke erwerben
  • Die Atmosphäre historischer Werkstätten genießen

Für viele der teilnehmenden Keramiker ist dieses Wochenende ein Höhepunkt des Jahres, der die Wertschätzung für ihr traditionsreiches Handwerk sichtbar macht. Die Veranstaltung unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Töpferhandwerks in Mecklenburg-Vorpommern und zeigt, wie lebendig diese Kunstform im Nordosten Deutschlands nach wie vor ist.

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