Nach schwerem Unfall mit Minister auf A20: Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung laufen
Die Ermittlungen nach dem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 20 bei Lindholz im Landkreis Rostock, bei dem der mecklenburg-vorpommersche Wirtschaftsminister Wolfgang Blank schwer verletzt wurde, dauern an. Die Polizei hat ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet. Die genaue Untersuchung des Vorfalls wird nach Angaben der Behörden noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Unfallhergang und erste Erkenntnisse
Nach ersten polizeilichen Untersuchungen soll der Fahrer eines Sicherungswagens einer Straßenmeisterei, der zunächst auf der Standspur unterwegs war, beim Wechseln auf die Überholspur den nachfolgenden Verkehr nicht ausreichend beachtet haben. Der Dienstwagen des Ministers, ein BMW, war zur gleichen Zeit gegen 9.30 Uhr von Greifswald in Richtung Westen unterwegs und prallte seitlich mit dem Lkw zusammen.
Durch den Zusammenprall wurde der Ministerwagen an die Mittelschutzplanke geschleudert und soll sich dann mehrfach überschlagen haben. Das Fahrzeug erlitt schwere Schäden an der Front und am Dach. Wirtschaftsminister Wolfgang Blank und sein Fahrer wurden mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in Krankenhäuser geflogen. Der Fahrer des Lastwagens mit der Sicherungstechnik erlitt einen Schock, blieb aber körperlich unverletzt.
Offene Fragen und Ermittlungsstand
Ob der Lkw-Fahrer für sein Hinüberfahren von der Standspur über die erste Fahrspur zur Überholspur ein Blinklicht eingeschaltet hatte, wird noch genauer geprüft. Auf dem betroffenen Autobahnabschnitt gilt laut Polizei keinerlei Geschwindigkeitsbeschränkung, was die Rekonstruktion des Unfallhergangs zusätzlich erschwert.
Für die abschließende Untersuchung müssen noch alle Beteiligten angehört werden. Außerdem werden die Fahrzeugdaten ausgelesen und von der Dekra ein detailliertes Gutachten erstellt. Erst nach Vorlage aller Unterlagen wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob und welche weiteren Schritte eingeleitet werden.
Folgen des Unfalls
Die A20 war nach dem Unfall etwa sechs Stunden lang zwischen den Anschlussstellen Bad Sülze und Tessin in Richtung Rostock voll gesperrt, was zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Der Sicherungswagen sollte ursprünglich auf der linken Fahrspur, also der Überholspur, eine Baustelle absichern.
Der materielle Schaden durch den Unfall wurde vorläufig auf mehr als 135.000 Euro geschätzt. Neben den erheblichen Sachschäden stehen vor allem die gesundheitlichen Folgen für die Verunglückten im Fokus. Die genaue Dauer der Ermittlungen und mögliche rechtliche Konsequenzen bleiben abzuwarten.



