Hunderte Vogelkadaver in Stralsund beseitigt - Seeadler profitieren von Nahrungsangebot
Vogelsterben in Stralsund: Hunderte Kadaver beseitigt

Massives Vogelsterben in Mecklenburg-Vorpommern: Hunderte Kadaver in Stralsund geborgen

In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit zahlreiche Kadaver von verendeten Vögeln eingesammelt und fachgerecht entsorgt. Besonders betroffen ist die Hansestadt Stralsund, wo allein in den vergangenen Tagen hunderte tote Tiere geborgen werden mussten. Dies bestätigte ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Nachfrage. Auch auf der Insel Rügen wurden in den letzten Wochen immer wieder verendete Vögel aufgefunden und entfernt.

Winter und Nahrungsmangel als Hauptursachen

Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern nannte den Winter und den damit verbundenen Nahrungsmangel als primäre Gründe für das aktuelle Vogelsterben. Aus dem Ministerium hieß es, es gehöre „zum Kreislauf des Lebens, dass Tiere im Winter an Nahrungsmangel verenden“. Bei Untersuchungen der toten Tiere konnten in den entnommenen Proben vor allem Nahrungsmangel und Parasitenbefall festgestellt werden.

Bei einer geringen Anzahl von Proben wurde zudem das Vogelgrippevirus nachgewiesen. Allerdings lässt sich laut Ministerium nicht mit Sicherheit bestimmen, ob die Vögel tatsächlich an der Vogelgrippe verendet sind oder lediglich mit dem Virus infiziert waren.

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Feuerwehr und Stadtreinigung im Dauereinsatz

In Stralsund kümmern sich die Berufsfeuerwehr und die Stadtreinigung um die Bergung und Entsorgung der Vogelkadaver. Die Einsatzkräfte sind regelmäßig mehrmals wöchentlich im Einsatz, um alle erreichbaren Tierkadaver zu bergen. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass diese Situation noch einige Zeit anhalten wird, bis sämtliches Eis in den Küstengebieten vollständig geschmolzen ist.

Klimawandel verstärkt das Problem

Felix Hoffmann von der Naturschutzorganisation WWF sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem massiven Vogelsterben und den veränderten klimatischen Bedingungen. Viele Vögel würden heute nur noch ziehen, „wenn sie müssen“, so Hoffmann. Zahlreiche Tiere, die früher regelmäßig in den Süden gezogen wären, bleiben nun in den norddeutschen Regionen. Diese Vögel seien jedoch „harte Winter nicht mehr gewohnt“ und daher besonders anfällig für die winterlichen Strapazen.

Seeadler als Profiteure der Situation

Während das Vogelsterben für viele Arten problematisch ist, profitieren andere Wildtiere von der Situation. Das Landwirtschaftsministerium wies darauf hin, dass die vielen toten Vögel aktuell eine willkommene Nahrungsquelle für andere Tiere darstellen. Besonders die streng geschützten Seeadler hätten von dem reichhaltigen Nahrungsangebot profitiert, da sie sich derzeit auf ihr Brutgeschäft vorbereiten.

Die Kadaver bieten den majestätischen Greifvögeln eine wichtige Energiequelle in der kalten Jahreszeit. Dieser natürliche Kreislauf zeigt, wie selbst in traurigen Situationen des Tiersterbens ökologische Zusammenhänge wirken und bestimmten Arten Vorteile bringen können.

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