Wal-Drama vor der Insel Poel: Ministerium lehnt Freibaggerungsaktion ab
Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern hat eine klare Entscheidung getroffen: Der in einer Bucht vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal wird weiterhin in Ruhe gelassen. Nach einer ausführlichen Lagebesprechung am Freitagvormittag bestätigte ein Ministeriumssprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass keine Rettungsversuche unternommen werden sollen. Diese Entscheidung basiert auf dem Wohl des Tieres und einem wissenschaftlichen Gutachten.
Private Rettungsinitiative scheitert an behördlicher Ablehnung
Besonders bemerkenswert ist die Ablehnung eines konkreten Rettungsangebots von privater Seite. Der Gründer von Media Markt, Multimillionär Walter Gunz, hatte angeboten, den im Schlick liegenden Wal freibaggern zu lassen und die Kosten dafür zu übernehmen. In einem Interview mit Bild äußerte Gunz seine Enttäuschung: „Ich bin enttäuscht über die Mechanismen und die Bürokratie, die das Leben behindern. Wenn man nicht alle Optionen versucht hat, hinterlässt das ein komisches Gefühl.“
Doch das Ministerium bleibt bei seiner Position. Der Sprecher begründete die Entscheidung damit, dass eine solche Aktion das Tier nur weiterem Stress aussetzen würde. „Man würde das Tier nur weiterem Stress aussetzen und müsste davon ausgehen, dass es bei nächster Gelegenheit wieder strandet“, erklärte er. Die Behörden haben bereits eine 500-Meter-Schutzzone um den Wal eingerichtet, die nicht befahren werden darf.
Experten bestätigen: Der Wal befindet sich im Sterbeprozess
Fachleute und Tierschutzorganisationen unterstützen die Entscheidung der Behörden. Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland bestätigte, dass der Wal nicht mehr auf Boote reagiere – ein deutliches Zeichen für den fortgeschrittenen Sterbeprozess. „Der Wal reagiere nicht mehr auf Boote, was laut Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland ein Zeichen für den Sterbeprozess sei“, berichten die Experten.
Bereits am Dienstag hatte Umweltminister Till Backhaus (SPD) auf Grundlage eines wissenschaftlichen Gutachtens entschieden, den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Diese Entscheidung wird auch vom International Whaling Commission Strandings Expert Panel (IWC SEP) ausdrücklich unterstützt. Das Expertengremium betont, dass weitere Rettungsversuche das Leiden des Tieres nur unnötig verlängern würden.
Ministerium rechnet mit weiteren Strandungen
Das Umweltministerium geht davon aus, dass der Wal bei einer erfolgreichen Rettungsaktion mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut stranden würde. Diese Einschätzung basiert auf Erfahrungswerten und dem aktuellen Gesundheitszustand des Tieres. Die Behörden verfolgen damit einen konsequenten Tierschutzansatz, der das Leiden des Wals minimieren soll.
Im Internet kursieren weiterhin zahlreiche Vorschläge und Diskussionen über mögliche Rettungsmethoden. Doch die offiziellen Stellen bleiben bei ihrer wissenschaftlich fundierten Position: Das Tier soll seinen natürlichen Weg gehen können, ohne durch menschliche Eingriffe zusätzlichem Stress ausgesetzt zu werden.



