Wunschzettel-Aktion bringt Dorfvisionen ans Licht
In einer bemerkenswerten Premiere haben die Gemeinden Pokrent und Lützow erstmals einen gemeinsamen Neujahrsempfang veranstaltet. Dabei konnten die teilnehmenden Einwohner ihre Wünsche für die zukünftige Entwicklung ihrer Dörfer auf speziellen Zetteln formulieren. Die erste Auswertung dieser ungewöhnlichen Bürgerbeteiligung liegt nun vor und offenbart konkrete Vorstellungen der Dorfbewohner.
Lützower Träume: Von Parkwegen bis zum Schlossteich
Für die Gemeinde Lützow kristallisierten sich mehrere Hauptwünsche heraus. Besonders häufig wurde die Wiederbelebung des Parks mit der dringend benötigten Herstellung von Wegen genannt. Bürgermeister Tino Waldraff kündigte an, dieses Thema inklusive konkreter Umsetzungsvorschläge in der nächsten Sitzung des Bauausschusses zu behandeln. Hierfür existiert bereits ein ausgearbeitetes Parkkonzept.
Ebenfalls auf der Prioritätenliste steht die Sanierung des Fußweges in der Pokrenter Straße vor der Schule. Die gute Nachricht: Die Gemeinde hat diese Baumaßnahme bereits angestoßen. „Das Vergabeverfahren wird in Kürze eingeleitet. Die Sanierung des Fußweges ist zeitnah geplant“, bestätigte Bürgermeister Waldraff auf Nachfrage.
Zu den Top-3-Wünschen der Lützower zählt zudem die Erneuerung des Bereiches um den Krüger-Teich. Für dieses ambitionierte Projekt plant die Gemeinde, finanzielle Ansätze in den Haushalt für das Jahr 2026 einzustellen. Weiterhin wünschen sich die Einwohner zusätzliche Bänke im Gemeindegebiet, insbesondere an strategisch wichtigen Orten wie dem Friedhof oder dem Park in Kaeselow.
Kaeselower Schloss: Hoffnung auf romantische Trauungen
Ein besonders spannendes Projekt betrifft den Ortsteil Kaeselow. Hier wünschen sich die Bewohner nicht nur die Wiederherstellung des Schlossteiches, sondern vor allem die Rückkehr des Schlosses Kaeselow als Außenstelle des Standesamtes. „Ein sehr spannendes Projekt. Wir haben bereits mit den Eigentümern des Objektes Kontakt aufgenommen und über mögliche Lösungen dazu gesprochen“, erklärte Bürgermeister Waldraff.
Die beiden Schlossbesitzer Claudia und Vincent Steinlechner unterstützen diese Idee nachdrücklich. Sie hoffen, dass sich Brautpaare in Zukunft wieder das Ja-Wort in den historischen Gemäuern geben können. „Schließlich war Kaeselow mal eine Außenstelle des Standesamtes in Lützow und das darf gerne wieder so werden“, hatte Claudia Steinlechner bereits im vergangenen Jahr betont.
Pokrenter Anliegen: Vom Kindergartenparkplatz bis zur Dorfkneipe
Auch die Einwohner der Gemeinde Pokrent haben konkrete Vorstellungen für ihre Heimat entwickelt. Ein zentraler Wunsch betrifft die Verbesserung des Parkplatzes an der Kindertagesstätte. Bürgermeister Jörg Haase zeigt sich optimistisch: „Bei der Gestaltung des Platzes der Generationen ist die Instandsetzung des Parkplatzes am Kindergarten eingeplant.“
Ein weiteres wichtiges Anliegen vieler Pokrenter ist die Übernahme der traditionsreichen Gaststätte „Schilde-Quelle“ im Ortsteil Neuendorf. Ob dieser Wunsch realisierbar ist, wird derzeit intensiv geprüft. Die Gemeinde befasst sich aktuell mit den verschiedenen Möglichkeiten, dieses kulturelle Erbe zu erhalten.
Bereits während der Weihnachtsfeier war zudem der Wunsch nach zusätzlichen Sitzgelegenheiten im Gemeindegebiet geäußert worden. Diesem Anliegen möchte die Kommune nachkommen. „Im Haushalt ist jährlich Geld für drei Bänke eingeplant. Zusätzlich gibt es ein Sponsorenkonto für Bänke“, erläuterte Bürgermeister Haase. So hat beispielsweise die Jagdgenossenschaft Pokrent bereits drei Bänke für den Neuendorfer Dorfteich gespendet.
Bürgerbeteiligung als Erfolgsmodell
Die Wunschzettel-Aktion hat sich als effektives Instrument der Bürgerbeteiligung erwiesen. Während einige Wünsche bereits in konkrete Planungen eingeflossen sind, werden andere Vorschläge derzeit auf ihre Umsetzbarkeit hin überprüft. Die Gemeindeverwaltungen zeigen sich offen für die Anregungen ihrer Bürger und betonen die Bedeutung solcher direkter Kommunikationswege.
Die Premiere des gemeinsamen Neujahrsempfangs hat nicht nur die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden gestärkt, sondern auch wertvolle Einblicke in die Bedürfnisse der Dorfbewohner ermöglicht. Von infrastrukturellen Verbesserungen über kulturelle Angebote bis hin zur sozialen Infrastruktur – die Wunschzettel spiegeln ein umfassendes Bild der Dorfentwicklung wider.



