Zuckersteuer oder Abgabe? Die Debatte um zuckerhaltige Getränke erreicht Mecklenburg-Vorpommern
Die Diskussion über eine mögliche Zuckersteuer oder eine spezielle Abgabe auf zuckerhaltige Getränke gewinnt in Deutschland an Fahrt. In Mecklenburg-Vorpommern positioniert sich nun ein Landespolitiker klar für regulierende Maßnahmen, um den übermäßigen Zuckerkonsum in der Bevölkerung einzudämmen.
Koplin: Zucker als Krankheitstreiber muss reduziert werden
Torsten Koplin, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, betont die Dringlichkeit des Themas. „Die deutschlandweite Debatte um eine Senkung des Zuckergehaltes in Lebensmitteln ist notwendig und eine Lösung längst überfällig“, erklärt der Politiker. Es gehe dabei nicht um pauschale Verbote, sondern um gezielte Reduzierungen des Zuckergehalts in Produkten für Kinder und Erwachsene.
Koplin verweist auf die gravierenden gesundheitlichen Folgen: Zucker gilt als einer der maßgeblichen Treiber für zahlreiche Erkrankungen, darunter Adipositas, Diabetes Typ 2, Karies sowie Herz-Kreislauf- und nervale Erkrankungen. Der überhöhte Zuckerkonsum in Deutschland verursache nicht nur individuelle Gesundheitsprobleme, sondern führe auch zu erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten durch steigende Gesundheitsausgaben und Produktivitätsausfälle.
Deutschland im internationalen Vergleich zurückhaltend
Im Fokus der aktuellen Diskussion stehen insbesondere Soft- und Energydrinks, über die mittlerweile mehr Zucker konsumiert wird als über klassische Süßwaren. Deutschland belegt unter den zehn größten Ländern Westeuropas den unrühmlichen ersten Platz beim Verbrauch zuckerhaltiger Getränke.
International zeigt sich ein anderes Bild: In mehr als 100 Ländern weltweit existiert bereits eine nationale Abgabe auf mindestens eine Art zuckergesüßter Getränke. Über 50 Staaten haben eine Zuckersteuer eingeführt, darunter Norwegen seit 1981, Finnland und Ungarn seit 2011 sowie zahlreiche weitere europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Irland und Spanien.
Konkrete Forderungen aus Mecklenburg-Vorpommern
Bereits im Jahr 2024 hatten sich Verbraucherschutzminister aus neun Bundesländern für die Einführung einer Abgabe auf Zucker und für die Prüfung einer Altersgrenze ab 16 Jahren für Energydrinks ausgesprochen. Koplin und seine Fraktion fordern die Bundesregierung nun auf, diesen Weg weiterzuverfolgen.
Der Linken-Politiker unterscheidet dabei klar zwischen verschiedenen Instrumenten: „Eine Steuer würde die Produkte verteuern, aber nicht gesünder machen und zudem als allgemeine Einnahme an den Haushalt fallen. Eine Abgabe wäre zweckgebunden“. Nach Vorstellung der Linken sollten die Einnahmen einer solchen Abgabe gezielt für Gesundheitsprävention und zur Dämpfung der durch Zuckerkonsum verursachten Gesundheitskosten verwendet werden.
Als weitere mögliche Schritte nennt Koplin ein Werbeverbot für stark zuckerhaltige Produkte sowie die Ausweitung der Abgabe auf weitere Lebensmittelkategorien. Die Debatte zeigt, dass die Diskussion über wirksame Maßnahmen gegen den übermäßigen Zuckerkonsum auch in Mecklenburg-Vorpommern mit Nachdruck geführt wird.



