Schwache Erdbeben in Niedersachsen: Ursachen und Rolle der Gasförderung
Schwache Erdbeben in Niedersachsen: Ursachen und Gasförderung

Schwache Erdbeben in Niedersachsen: Ursachen und Einfluss der Gasförderung

Plötzlich wackelt die Tasse auf dem Tisch oder die Bilder an der Wand bewegen sich leicht: Immer wieder nehmen Einwohner in Niedersachsen leichte Erdbeben wahr. Diese seismischen Ereignisse werfen Fragen nach ihren Ursachen auf und insbesondere nach der Rolle, die die Erdgasförderung in der Region spielt.

Aktuelles Beben im Drei-Landkreise-Eck registriert

Ein schwaches Erdbeben mit einer Magnitude von 2,1 hat am frühen Morgen das Gebiet im Drei-Landkreise-Eck Verden, Rotenburg (Wümme) und Heidekreis erschüttert. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) registrierte das Beben um 4.57 Uhr etwa zehn Kilometer südwestlich von Visselhövede am Westrand der Lüneburger Heide.

Das Epizentrum befand sich laut Behördenangaben im Bereich der bekannten Erdgasfelder Hamwiede und Weissenmoor. Das LBEG erklärt, dass die Förderung von Erdgas tief im Untergrund Spannungen verursacht, die sich an Schwächezonen plötzlich entladen können.

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Induzierte Erdbeben durch Gasförderung

Wenn diese unterirdischen Spannungen abrupt abgebaut werden, entstehen sogenannte induzierte Erdbeben. Diese können an der Oberfläche als spürbare Erschütterungen wahrgenommen werden. Im Gebiet der niedersächsischen Erdgasförderung können Menschen solche Ereignisse erfahrungsgemäß ab einer Magnitude von etwa 1,9 spüren.

Die Magnitude ist die wissenschaftliche Messgröße für die Stärke eines Erdbebens. Bei dem aktuellen Beben der Stärke 2,1 gab es nach Angaben der Behörde zunächst keine Meldungen von Anwohnern über wahrgenommene Erschütterungen. Schäden sind bei Beben dieser Intensität in der Regel nicht zu erwarten.

Regelmäßige Überwachung durch den Erdbebendienst

Der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) überwacht als staatlicher seismologischer Dienst kontinuierlich die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten. In den vergangenen drei Jahren registrierte der Dienst durchschnittlich etwa fünf seismische Ereignisse pro Jahr.

Interessanterweise liegt etwa ein Drittel dieser registrierten Beben oberhalb der Wahrnehmungsschwelle für Menschen. Diese regelmäßige seismische Aktivität unterstreicht die Bedeutung der kontinuierlichen Überwachung und Forschung in der Region.

Die Zusammenhänge zwischen industrieller Aktivität und natürlichen geologischen Prozessen bleiben ein wichtiges Forschungsthema für Seismologen und Geowissenschaftler in Niedersachsen.

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