Ukrainische Geflüchtete im Nordwesten: Bau und Soziales als Hauptarbeitsbereiche
Ukrainer in Niedersachsen und Bremen: Bau und Soziales dominieren

Ukrainische Geflüchtete finden zunehmend Arbeit im Nordwesten Deutschlands

Im Nordwesten Deutschlands gehen immer mehr geflüchtete Menschen aus der Ukraine einer regulären Beschäftigung nach. Die aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen eine beeindruckende Entwicklung: Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 hat sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Ukrainerinnen und Ukrainer in Niedersachsen und Bremen mehr als versechsfacht.

Beschäftigungszahlen steigen kontinuierlich an

Im November des vergangenen Jahres waren in beiden Bundesländern insgesamt 33.600 Personen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Dies entspricht einem Anstieg von fast 8.300 Personen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zusätzlich gingen weitere 5.800 Ukrainerinnen und Ukrainer einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung: „Wir sind inzwischen gut unterwegs bei der Integration ukrainischer Geflüchteter.“ Besonders betont er die Bedeutung der Netzwerkarbeit: „Der enge Draht in die ukrainische Community hilft dabei. Deshalb haben wir unsere Netzwerkarbeit sehr verstärkt.“

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Branchenschwerpunkte deutlich erkennbar

Die berufliche Integration folgt klaren Mustern: Ukrainische Männer finden besonders häufig Arbeit im Baugewerbe, wo etwa jeder fünfte von ihnen tätig ist. Bei den Frauen dominieren hingegen soziale Berufe und die Arbeit in Heimen, wo jede siebte ukrainische Frau beschäftigt ist.

Das verarbeitende Gewerbe stellt für beide Geschlechter den zweitwichtigsten Arbeitsbereich dar. Hier sind 18 Prozent der ukrainischen Männer und 14 Prozent der Frauen im Nordwesten beschäftigt.

Regionale Verteilung der Beschäftigung

Die meisten ukrainischen Beschäftigten finden sich in der Region Hannover mit über 4.300 Personen, gefolgt von der Stadt Bremen mit etwa 2.150 Beschäftigten. Weitere Schwerpunkte bilden die Regionen Emsland, Osnabrück, Vechta und Cloppenburg, wo jeweils mehr als 1.000 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeiten.

Im Kontrast dazu stehen Emden und Wilhelmshaven, wo jeweils weniger als 200 ukrainische Beschäftigte registriert sind. Der Landkreis Vechta erreicht mit 1,4 Prozent den landesweit höchsten Anteil ukrainischer Beschäftigter an allen sozialversicherungspflichtig Arbeitenden.

Arbeitslosigkeit und Gesamtintegration

Trotz der positiven Entwicklungen waren im Januar 2026 in beiden Bundesländern zusammen etwa 22.300 Ukrainerinnen und Ukrainer arbeitslos gemeldet. Dennoch zeigt der Gesamtüberblick, dass die Mehrheit der ukrainischen Geflüchteten inzwischen einer Beschäftigung nachgeht.

Landesweit liegt der Anteil ukrainischer Beschäftigter an allen sozialversicherungspflichtig Arbeitenden in Niedersachsen bei 0,9 Prozent, im Land Bremen bei 0,7 Prozent. Diese Zahlen verdeutlichen den erfolgreichen Integrationsprozess, der seit Kriegsbeginn vor vier Jahren in Gang gesetzt wurde.

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