Rund 3000 Fans von Hansa Rostock versammelten sich am 9. Mai zum traditionellen Fanmarsch anlässlich des letzten Heimspiels gegen den VfB Stuttgart II. Der Zug startete am Rostocker Hauptbahnhof und endete am Ostsee-Stadion. Der Marsch war nicht angemeldet, und trotz des Aufrufs in sozialen Medien, die Stadt sauber zu halten und keine Böller zu zünden, kam es zu mehreren Vorfällen.
Gemeinschaftsgefühl trotz Regelverstößen
Viele Fans zeigten sich begeistert von der Stimmung. Doreen H., eine langjährige Anhängerin, beschrieb den Marsch als „Hammer schön“ und betonte den außergewöhnlichen Zusammenhalt. „Wir halten immer zu Hansa“, sagte sie. Dass einige Fans Pyrotechnik zündeten oder Müll hinterließen, sei nicht dem Verein oder der gesamten Fanszene anzulasten.
Ältere Dame sammelt Flaschen zwischen den Fans
Während des Marsches fiel eine ältere Dame auf, die zwischen den Menschenmassen leere Bierflaschen aus dem Gras aufsammelte. Sie stellte ihre gefüllten Taschen an einem Stromverteilerkasten ab und entfaltete eine neue Tüte. Eine junge Passantin zeigte sich genervt und sagte: „Das ist einfach nur der Hass. Alles nur Saufköpfe.“ Sie ärgerte sich zudem über Verspätungen der Busse wegen des Marsches.
Eigeninitiative der Fans gegen Pyro
Gegen 10:30 Uhr startete der Zug. Ein Fan kletterte auf einen Stromverteilerkasten und rief per Megafon: „Achtet auf euch, keine Böller in die Menge.“ Er berichtete, dass bereits ein Böllerwerfer aus der Menge entfernt worden sei. Drei Fans vertrieben einen jungen Mann mit leichten Schlägen und Schubsern, der den Böller geworfen haben soll. Er reihte sich später wieder ein. Die Menge sang Hansa-Chöre und klatschte im Rhythmus.
Reinigungskräfte und Polizei im Einsatz
Hinter dem Zug warteten Mitarbeiter der Rostocker Gehwegreinigung mit drei Wagen und Greifzangen. Einer von ihnen meinte: „Wir haben schon eine volle Arbeitswoche hinter uns.“ Er lobte zwar, dass der Verein sich um die Reinigung kümmere, aber besser wäre es, wenn der Müll gar nicht erst entstünde. Während des Marsches entstand zudem ein Graffiti neben der Unterführung am Südring, geschützt durch die Menschenmenge.
Polizei zieht Bilanz
Die Polizei gab bekannt, dass der unangemeldete Aufmarsch selbst zur Anzeige gebracht werde. Zudem lägen diverse Strafanzeigen vor, darunter Sachbeschädigungen an einer Straßenbahn am Gertrudenplatz und mehrere Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz wegen Pyrotechnik. Passanten hätten auch die Verwendung verfassungsfeindlicher Gesten gemeldet. Insgesamt gab es 13 Anzeigen mit Fußballbezug, davon 11 im Zusammenhang mit dem Fanmarsch. Dazu kamen drei Anzeigen wegen politischer Infostände von SPD, AfD und Linken entlang der Route.
Das Spiel selbst gewann Hansa Rostock mit 5:3 gegen den VfB Stuttgart II.



