Kim Jong-un stellt deutschen Leopard-Panzer als Trophäe aus
Kim Jong-un stellt deutschen Leopard-Panzer aus

Kim Jong-un stellt deutschen Leopard-Panzer als Trophäe aus

Pjöngjang – Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sorgt mit der Eröffnung eines neuen Militärmuseums für Aufsehen. Am 26. April wurde in der Hauptstadt Pjöngjang das „Gedenkmuseum für militärische Auslandseinsätze“ eröffnet, das angeblich erbeutete Waffen und Fahrzeuge aus dem Ukraine-Krieg zeigt. Im Zentrum der Ausstellung steht ein deutscher Leopard-2-A4-Panzer des Herstellers Rheinmetall.

Rundgang mit russischen Gästen

Kim Jong-un ließ sich bei einem Rundgang über das Ausstellungsgelände von Russlands Verteidigungsminister Andrei Beloussow und dem russischen Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin begleiten. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte Bilder des Besuchs. Die Botschaft hinter den Bildern: Nordkorea steht fest an der Seite Russlands. Gefeiert wurde zugleich die angebliche „vollständige Befreiung“ von Gebieten in der Region Kursk, wo auch nordkoreanische Soldaten eingesetzt worden sein sollen.

Putin betont Freundschaft

In einem Schreiben an Kim, das Wolodin während der Eröffnungszeremonie verlas, erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin, das Museum werde „zweifellos ein deutliches Symbol für die Freundschaft und Solidarität“ zwischen den beiden Ländern sein. Putin sei überzeugt, dass beide Länder ihre strategische Partnerschaft weiter stärken würden.

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Zweifelhafte Herkunft des Panzers

Der ausgestellte Leopard 2 A4 stammt ursprünglich aus Deutschland und wurde an Polen geliefert. Polen gab das Fahrzeug dann an die ukrainische Armee weiter. Diese soll den Panzer bei einer Offensive eingesetzt haben, bei der er in russische Hände fiel. Russland hat den Panzer höchstwahrscheinlich aufbereitet und an Nordkorea übergeben.

Schild entlarvt Kims Version

Das Kim-Regime verkauft den Panzer jedoch als eigene Trophäe: Vor dem Leopard steht ein Schild, das behauptet, der Panzer sei am 11. Februar 2025 im Bezirk Sudscha in der Region Kursk von nordkoreanischen Soldaten zerstört worden. Doch diese Darstellung ist nachweislich falsch. Bereits ein Foto vom 29. Januar 2025 zeigt genau diesen Panzer – zerstört und noch nicht aufbereitet in einer Halle. Ein markanter Einschlag am Turm ist eindeutig identifizierbar. Die Datierung auf dem Schild im Museum ist damit falsch. Unklar bleibt, wann und wo das Fahrzeug tatsächlich erbeutet wurde.

Hintergrund: Nordkoreanische Soldaten in Russland

Im April 2025 hatten Nordkorea und Russland bekannt gegeben, dass ihre Soldaten gemeinsam einen ukrainischen Vorstoß in die russische Grenzregion Kursk zurückgeschlagen hätten. Der südkoreanische Geheimdienst schätzt, dass Nordkorea rund 15.000 Soldaten nach Russland entsandt hat, von denen etwa 2000 getötet wurden.

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