Seit dem 1. Mai hat München einen neuen Oberbürgermeister: Dominik Krause (35, Grüne) löste Dieter Reiter (67, SPD) ab, der nach fast zwölf Jahren im Amt bei der Stichwahl im März unterlag. Eine entscheidende Rolle im Wahlkampf spielten Reiters Posten im Verwaltungsbeirat und später im Aufsichtsrat des FC Bayern. Beide Ämter legte Reiter nach heftiger Kritik im März nieder. Nun stellt sich die Frage: Wird der neue OB der Grünen ebenfalls in das Kontrollgremium des Rekordmeisters einziehen?
Krause schließt Aufsichtsratsmandat aus
Die Antwort ist ein klares Nein. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur erklärte Krause: „Ich schätze den FC Bayern als Münchner Aushängeschild mit weltweiter Strahlkraft. Aber ich konzentriere mich voll auf mein Amt als Münchner Oberbürgermeister und werde deshalb erstmal keine weiteren Ämter übernehmen.“ Damit beendet er alle Spekulationen, dass er in die Fußstapfen seines Vorgängers treten könnte.
Der Verzicht dürfte auch mit den Diskussionen um Reiter zusammenhängen. Der Ex-OB war seit 2016 Mitglied im Verwaltungsbeirat der Bayern, in dem auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sitzen. Nach eigenen Angaben erhielt Reiter dafür 20.000 Euro im Jahr als Entschädigung. Laut BILD-Informationen diente das Geld dazu, die teuren VIP-Eintrittskarten zu bezahlen. Der SPD-Mann meldete den Job nicht offiziell an, obwohl Nebentätigkeiten laut bayerischem Beamtenrecht ab einer Vergütung von 10.000 Euro jährlich genehmigungspflichtig sind.
Reiters umstrittene Nebentätigkeit
Im Februar 2026 wurde Reiter zudem neues Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG. Von den insgesamt 90.000 Euro, die er seit Ende 2021 vom Verein erhalten hatte, spendete er den gesamten Betrag an zwei soziale Projekte. Dennoch trat er im März von allen Ämtern zurück. Der Posten im Aufsichtsrat ist noch nicht offiziell neu besetzt.
Hoeneß kündigt Veränderungen an
Im DAZN-Interview sorgte Ehrenpräsident Uli Hoeneß (74) für Aufsehen: „Sie werden sehr überrascht sein, was in den nächsten paar Monaten noch passiert. Gerade auch im Aufsichtsrat sind wir dabei, einiges zu verändern. Und das geht schon in die richtige Richtung. Und wenn das alles mal passt, wenn jüngere Leute, 40-, 50-Jährige, das Ruder hier in die Hand nehmen, dann werden wir hoffentlich uns schön gemütlich auf der Tribüne nach hinten lehnen und das Spektakel begutachten.“
Mit „wir“ meinte Hoeneß vor allem sich und Ex-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (70). Er betonte jedoch: „Wenn aber jemand morgen im Klub käme und sagen würde: ‚Leute, jetzt wird es langsam Zeit.‘ Dann bin ich der Erste, der sagt: ‚Das war es.‘ Ich glaube nur nicht, dass sich der Verein erlauben kann, derzeit auf Karl-Heinz und mich zu verzichten.“
Erste gemeinsame Termine mit Krause
Trotz der Absage steht schon bald der erste gemeinsame Termin von Krause und dem FC Bayern an: die Meisterfeier am 17. Mai auf dem Marienplatz. Einen Tag nach dem letzten Bundesliga-Spiel gegen Köln wird der OB die Mannschaft im Rathaus empfangen. Krause freut sich: „Die Meisterfeiern des FC Bayern sind stimmungsmäßig unübertroffen und deswegen freue ich mich schon drauf. Auch mit den Frauen übrigens, das ist dann ein paar Tage später.“
Sollten die Bayern-Profis auch den DFB-Pokal (Finale am 23. Mai in Berlin gegen Stuttgart) oder die Champions League (30. Mai in Budapest) gewinnen, wird es wahrscheinlich eine weitere Party auf dem Marienplatz geben. Krause drückt dem Team daher für das Halbfinal-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain an diesem Mittwoch (21 Uhr) die Daumen: „Ich hoffe, es wird spannend wie das Hinspiel, aber im Ergebnis besser. Und ich glaube, dass es dann auch ein sehr großes Fest in der Stadt geben wird.“



