Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) plant, das ARD-„Mittagsmagazin“ ab dem Jahr 2027 aus Kostengründen abzugeben. Der Sender bestätigte entsprechende Medienberichte und erklärte, dass man sich dazu „in Gesprächen innerhalb der ARD“ befinde. Grund für diesen Schritt sei die bislang ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags in den Bundesländern, die beim MDR zu erheblichen Budgetkürzungen führe.
Strategische Entscheidungen beim MDR
„Diese Situation zwingt den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken werden“, sagte ein Sprecher des Senders. Gleichzeitig betonte er, dass es darum gehe, die Stärken des MDR als regional verankerter Medienanbieter zu bewahren. Die genauen Details sollen noch mit dem Rundfunk- und Verwaltungsrat besprochen werden.
NDR zeigt Bereitschaft zur Übernahme
Der MDR verwies auf Gespräche innerhalb der ARD. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe bereits Bereitschaft signalisiert, das „Mittagsmagazin“ gegebenenfalls zu übernehmen. Dem Branchenmagazin „DWDL“ sagte der NDR: „Derzeit entwickelt der NDR verschiedene Szenarien, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen er die Gesamtverantwortung vom MDR übernehmen kann.“
Überraschender Schritt nach erst kurzer Zeit in Leipzig
Die Ankündigung kommt etwas überraschend, da der MDR das „Mittagsmagazin“ erst 2024 nach Leipzig geholt hatte. Zuvor wurde die Sendung vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) für die ARD produziert. Der RBB musste die Produktion jedoch im Zuge der Affäre um die ehemalige Intendantin Patricia Schlesinger abgeben. Mit der Übernahme dieser Gemeinschaftsaufgabe hatte der MDR seinerzeit Sparmaßnahmen in anderen Programmbereichen begründet.
Auswirkungen auf das Programm des MDR
Der MDR kündigte zudem an, die Sendung „MDR um 2“ ab 2027 nicht mehr als lineares TV-Magazin fortzuführen. Stattdessen soll sie als Streamingvariante für regionale Themen entwickelt werden, die „den heutigen und künftigen Mediennutzungsgewohnheiten wesentlich besser entspricht“, so der Sprecher. Bereits im März hatte der MDR Sparmaßnahmen in Millionenhöhe angekündigt.
Die Entscheidung des MDR zeigt, wie sehr die ausbleibende Beitragserhöhung die öffentlich-rechtlichen Sender unter Druck setzt. Der NDR steht nun vor der Herausforderung, die Produktion des „Mittagsmagazins“ zu übernehmen, während der MDR sich stärker auf regionale Inhalte konzentrieren will.



