Großeinsatz in NRW: Polizei sichert Castor-Transport von Jülich nach Ahaus
Polizei sichert Castor-Transport von Jülich nach Ahaus

Großaufgebot der Polizei für Atommüll-Transport in NRW

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat am Abend in Jülich mit einem umfangreichen Großeinsatz zum Schutz eines bedeutenden Atommüll-Transports begonnen. Eine Sprecherin der Polizei erklärte: „Wir sind gut vorbereitet auf alle Szenarien und schauen, was der Abend so bringt.“ Konkrete Angaben zum genauen Startzeitpunkt des Castor-Transports machten die Behörden nicht. Der Transport soll vom renommierten Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus verlegt werden. Atomkraftgegner rechnen mit einem Beginn der Fahrt noch am selben Abend.

Proteste an mehreren Standorten

In Jülich und Ahaus haben die angekündigten Protestaktionen bereits begonnen. Vor dem Forschungszentrum Jülich findet eine Mahnwache statt, an der nach Angaben eines Reporters etwa 20 Personen teilnehmen. Marita Boslar, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor“, erklärte: „Es wären sicherlich mehr Leute gekommen, aber viele kommen wegen der Polizeisperren nicht durch.“

Parallel dazu startete in Ahaus eine Demonstration vom Bahnhof zum Rathaus, wo eine Kundgebung abgehalten wird. Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland sprach von ungefähr 250 Teilnehmern. Die Polizei machte keine offiziellen Angaben zur Anzahl der Demonstranten oder der eingesetzten Einsatzkräfte.

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Ab 20 Uhr plant die Bürgerinitiative Ahaus die Einrichtung einer nächtlichen Dauermahnwache vor dem Zwischenlager. Die Naturschutzorganisation BUND Nordrhein-Westfalen, die seit Jahren auch juristisch gegen die Transporte kämpft, rief ab derselben Uhrzeit zu einer Mahnwache an einer Brücke der Autobahn 42 bei Duisburg auf. Die Ruhrgebietsstadt befindet sich in der Mitte der geplanten Transportstrecke von Jülich nach Ahaus.

Umfangreiche Transporte erforderlich

Bei dem zu transportierenden Atommüll handelt es sich um etwa 300.000 Brennelemente-Kugeln aus einem bereits 1988 abgeschalteten Versuchsreaktor in Jülich. Diese radioaktiven Materialien befinden sich in insgesamt 152 speziellen Castor-Schutzbehältern, die mit diesem ersten Transport und anschließend zahlreichen weiteren Fahrten ins Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen.

In Deutschland existieren derzeit noch keine Endlagerstätten, in denen hochradioaktiver Atommüll für Hunderttausende von Jahren sicher gelagert werden könnte. Stattdessen gibt es bundesweit sechzehn Zwischenlager, zu denen auch das Lager in Ahaus gehört.

Auf der gut 170 Kilometer langen Strecke zwischen Jülich und Ahaus wird nach bisherigen Informationen voraussichtlich jeweils ein kleiner Konvoi von bis zu vier Schwertransportern unterwegs sein. Die Polizei bleibt in erhöhter Alarmbereitschaft, um die Sicherheit des Transports und die öffentliche Ordnung während der gesamten Operation zu gewährleisten.

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