580.000 Euro für Kieselalgen-Forschung an der Ostseeküste
580.000 Euro für Kieselalgen-Forschung in der Ostsee

Forschung für den Küstenschutz: Winzige Algen als Indikatoren

Ein einzigartiges Forschungsprojekt an der Ostsee hat begonnen: Erstmals wird die Vielfalt von Kieselalgen systematisch erfasst. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben wird mit über 580.000 Euro aus dem Meeresnaturschutzfonds der Deutschen Bundesstiftung Umwelt finanziert und von einem Team der Universität Rostock geleitet.

Warum Kieselalgen so wichtig sind

Kieselalgen sind winzige, gläserne Lebewesen, die Küstensedimente stabilisieren und bis zu 30 Prozent der Photosyntheseleistung in Küstenökosystemen erbringen. Ihre empfindlichen Zellwände reagieren auf Veränderungen in der Umwelt, was sie zu idealen Bioindikatoren macht. Bislang fehlt für die deutsche Ostsee ein vollständiges Arteninventar – obwohl Meeresspiegelanstieg, Übernutzung und Nährstoffeinträge die Küsten stark belasten.

Team und Methoden

Das Forschungsteam setzt sich aus der Universität Rostock (Leitung), der Universität Duisburg-Essen sowie dem Botanischen Garten und Museum der Freien Universität Berlin zusammen. Die Wissenschaftler kombinieren klassische Mikroskopie mit molekularen Untersuchungen wie Sequenzierung und eDNA-Metabarcoding sowie digitaler und KI-basierter Bildanalyse. Ziel ist der Aufbau einer Referenzdatenbank für benthische Kieselalgen der brackigen Ostsee.

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Projektleiter Ulf Karsten vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock betont: „Unsere Ergebnisse werden wichtige Einblicke in den ökologischen Zustand der deutschen Ostseeküste geben und dazu beitragen, zukünftige Küstenschutzmaßnahmen gezielter zu planen.“

Invasive Arten im Fokus

Neben der Erfassung der Biodiversität sollen mithilfe von eDNA auch neue und invasive Arten identifiziert werden. Die Daten dienen als Grundlage für ein verbessertes Monitoring von Umwelteinflüssen wie Schleppnetzfischerei, Erwärmung, Eutrophierung und Überflutung.

Unterstützung durch Behörden

Das Projekt wird vom Landesamt für Umwelt- und Naturschutz und Geologie sowie dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg unterstützt. Die Behörden wollen die entwickelten Verfahren später praktisch anwenden.

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