Badesee Zarrenthin: Kommune übergibt Parkplatzmanagement an Profis
Badesee Zarrenthin: Parkplatzmanagement an Profis

Professionelle Parkraumbewirtschaftung für beliebten Badesee

Mit Beginn der kommenden Badesaison wird sich für Besucher des Zarrenthiner Kiessees bei Jarmen in Vorpommern einiges ändern. Die Gemeinde Bentzin als Betreiberin der Freizeitanlage hat entschieden, das Parkplatzmanagement komplett an ein spezialisiertes Unternehmen zu übertragen. Ziel ist es, das wiederkehrende Parkchaos während der Hochsaison endgültig zu beenden und gleichzeitig die Einnahmen zu erhöhen.

Jahrelange Probleme mit Parkplatzsituation

Der Zarrenthiner Kiessee hat sich dank seines glasklaren Wassers, der guten Infrastruktur mit Sandstrand, großer Rutsche und modernem Multifunktionsgebäude zu einem überregional beliebten Ausflugsziel entwickelt. Besonders an heißen Sommertagen und während Veranstaltungen reichen die vorhandenen Parkplätze bei Weitem nicht aus. Viele Besucher parken dann illegal entlang des Zarrenthiner Weges, obwohl dort ein Halteverbot gilt und die schmale Straße als Rettungsgasse freibleiben muss.

Seit 2021 erhebt die Gemeinde bereits Parkgebühren über einen Ticketautomaten, doch längst nicht alle Besucher lösen ein Ticket. Trotz moderater Tarife fehlt in jedem zweiten oder dritten Auto ein Parkschein. Kontrollen durch das Ordnungsamt führten oft zu Konflikten mit wenig einsichtigen Parksündern.

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Modernes Free-Flow-Parken mit Kennzeichenerkennung

Das neue Konzept sieht ein schrankenfreies Free-Flow-Parken vor, das auf automatischer Kennzeichenerkennung basiert. An der Zufahrt werden Scanner installiert, die alle einfahrenden Fahrzeuge erfassen. Der alte Ticketautomat wird durch einen modernen, vielseitigeren Automaten ersetzt, der auch mobile Bezahlmethoden unterstützt.

„Wir und unser Amt haben dann überhaupt nichts mehr mit dem Parkplatz zu tun“, erklärt Bentzins Bürgermeisterin Grit Gawrich. Das beauftragte Unternehmen übernimmt nicht nur das Parkmanagement, sondern auch die Ahndung von Verstößen und den Kundenservice. Die Finanzierung erfolgt über einen Anteil an den Parkgebühren und die Einnahmen aus Knöllchen für Parksünder.

Ganzjährige Gebühren und erweiterte Parkfläche

Mit der Übertragung an das Profi-Unternehmen geht eine grundlegende Überarbeitung der Gebührenordnung einher. Künftig müssen nicht nur Autos, sondern auch motorisierte Zweiräder Parkgebühren zahlen. Zudem gilt die Zahlungspflicht erstmals ganzjährig, da der Kiessee auch im Herbst und Winter von zahlreichen Besuchern frequentiert wird.

Allerdings sollen außerhalb der Badesaison von Juni bis September reduzierte Tarife gelten. „Wir würden sonst auch keine Firma finden, die das übernimmt – für nur ein paar Monate“, erläutert Bürgermeisterin Gawrich die Entscheidung für ganzjährige Gebühren.

Parallel zur neuen Bewirtschaftung plant die Gemeinde eine Erweiterung der Parkfläche. Der offizielle Parkplatz soll auf den gesamten Bereich der Zufahrt ab dem Zarrenthiner Weg ausgedehnt werden. Zusätzlich ist die zeitweise Anpachtung eines Teils der benachbarten Weidefläche während der Hauptsaison geplant. „Die Vereinbarung mit dem Besitzer gilt für die Hauptsaison von Juni bis September. Dafür wird einfach der Koppelzaun ein Stück versetzt“, so Gawrich.

Finanzielle Entlastung für die Kommune

Der Betrieb des Freibads stellt für die Gemeinde seit jeher ein Zuschussgeschäft dar, das meist im fünfstelligen Bereich liegt. Durch die professionelle Parkraumbewirtschaftung erhofft sich Bentzin nicht nur eine Lösung der Parkprobleme, sondern auch zusätzliche Einnahmen. „Am Ende wollen wir dafür sorgen, dass wir die Badeanstalt am Leben erhalten können und der Eintritt trotzdem kostenlos bleibt“, betont die Bürgermeisterin.

Obwohl mit dem Parkmanagement-Unternehmen und dem Besitzer der Weidefläche nun zwei weitere Parteien beteiligt sind, rechnet die Gemeinde damit, dass insgesamt mehr Geld in die Kasse fließen wird. Schließlich werden künftig alle Parkplatznutzer zur Kasse gebeten – und das über das gesamte Jahr hinweg.

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Die Automatisierung aller Prozesse vom Kundenservice bis zur Wartung verspricht zudem eine Minimierung der Betriebskosten bei gleichzeitig gesteigerten Umsatzpotenzialen. Für die Besucher bedeutet die Umstellung zwar neue Bezahlmodalitäten, aber auch mehr Parkplätze und eine geordnetere Parkraumsituation an einem der beliebtesten Badeseen der Region.