Erneute Walsichtung in der Ostsee: Finnwal mit Leine verursacht Sorge bei Meeresschützern
Die jüngsten Wal-Sichtungen vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns halten Meeresschützer in Atem. Nach einer erneuten Meldung mutmaßlich desselben Wales, der bereits vergangene Woche im Wismarer Hafen für Aufsehen sorgte, erschwert aktuell das Wetter die weitere Suche nach dem Tier. Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd ist auf Sichtungen seitens der Bevölkerung angewiesen, da die Bedingungen zu wellig und windig für eine aktive Suche sind.
Leine am Wal bleibt Problem
Die Wasserschutzpolizei hatte am Dienstagnachmittag einen etwa zehn Meter langen Wal vor der Ostseeküste bei Steinbeck im Landkreis Nordwestmecklenburg gesichtet. Dieser trug ebenfalls eine Leine um den Körper. Die Behörden vermuten stark, dass es sich um den Finnwal handelt, der bereits in der Vorwoche im Hafen von Wismar gesichtet wurde. Damals konnten Einsatzkräfte den Wal weitgehend aus einem Stellnetz befreien, in dem er sich verfangen hatte, doch eine Leine verblieb am Tier.
Laut einer Mitteilung der Polizei war der Wal am Dienstag erneut in einem Netz verfangen. Eine Passantin entdeckte das Tier und alarmierte die Behörden. Ein Fischer holte daraufhin das Netz ein, wobei es durchtrennt wurde. Der Wal schwamm seewärts davon und wurde für etwa 35 Minuten von einem Polizeiboot begleitet.
Sea Shepherd sucht nach dem Wal
Christin Otto von Sea Shepherd erklärte, dass die Organisation derzeit nicht weiß, wo sich der Wal aufhält. Eigentlich plant Sea Shepherd, das Tier von der Leine zu befreien, die sich um seinen Körper gewickelt hat. Nach Rücksprache mit der Wasserschutzpolizei geht die Organisation davon aus, dass es sich um den aus Wismar bekannten Wal handelt, da Größe und Statur übereinstimmen. Die schwierigen Wetterbedingungen behindern jedoch die Bemühungen, das Tier zu lokalisieren und zu helfen.
Die wiederholten Sichtungen dieses Finnwals in der Ostsee unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen für den Meeresschutz in der Region. Bereits Anfang des Jahres war ein Finnwal mehrfach in der Flensburger Förde gesichtet worden, was auf eine mögliche Zunahme solcher Vorfälle hindeutet. Die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Organisationen wie Sea Shepherd und der Bevölkerung bleibt entscheidend, um bedrohte Meerestiere zu schützen und ihre Lebensräume zu erhalten.



