Tragödie in der Ostsee: Gestrandeter Buckelwal vor Poel gibt letzte Lebenszeichen von sich
In der Wismarer Bucht vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern spielt sich eine bewegende Tragödie ab. Ein Buckelwal, der in den flachen Gewässern der sogenannten Kirchsee gestrandet ist, liegt nach Experteneinschätzungen im Sterben und hat nur noch begrenzte Zeit zu leben. Das Schicksal des Meeressäugers bewegt derzeit Millionen Menschen in ganz Deutschland.
Verzweifelte Rettungsversuche und gescheiterte Hoffnungen
Die Situation des Wals ist äußerst kritisch. Das weniger salzhaltige Wasser direkt vor der Insel Poel setzt dem ohnehin geschwächten Tier zusätzlich zu. Um eine Überhitzung zu verhindern, wird der Wal kontinuierlich mit Ostseewasser bespritzt. Frühere Rettungsversuche, darunter der Einsatz eines kleinen Baggers, um das Tier zurück ins offene Meer zu bewegen, sind allesamt gescheitert.
Tom Bär, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, erklärt die medizinischen Hintergründe: „Hauptgründe für das Sterben eines Wals am Strand sind Lageschäden, Überhitzung und Vorschädigungen. In fast allen Fällen führen diese verschiedenen Ursachen, häufig in Kombination, zu einem akuten Herz-Kreislaufversagen.“
Gesang in der Nacht: Letzte Lebenszeichen des Buckelwals
In der Nacht von Karfreitag auf Ostersonntag gab der Wal noch bewegende Lebenszeichen von sich. Ein experimenteller Musiker aus Wien, der vor Ort Spezialmikrofone installiert hatte, um die Geräusche des gestrandeten Buckelwals aufzuzeichnen, berichtet von gesangähnlichen Lauten. Diese sollen wie ein Weinen geklungen haben und bis ins Morgengrauen angehalten haben.
Umweltminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern hat die Hoffnung noch nicht vollständig aufgegeben: „Wenn das Wasser weiter steigt, es ein Wunder gibt, was den Wal betrifft, wäre das ein Riesenglück, die Auferstehung.“ Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit verlässlicher Daten: „Wir wissen, dass das wenig salzhaltige Wasser dem Tier bereits schwer geschadet hat. Wir brauchen aber verlässliche Daten und die wollen wir heute gewinnen.“
Keine Rückkehr ins Meer: Der traurige Verlauf der Ereignisse
Der Buckelwal war zwischenzeitlich sogar auf dem Weg zurück in die tiefere Ostsee, kehrte dann aber unerklärlicherweise in die flache Bucht zurück. Experten sehen mittlerweile keine realistische Hoffnung mehr auf ein Wunder. Die Kombination aus:
- Lageschäden durch das Stranden
- Überhitzung trotz Besprühung
- Vorschädigungen durch das ungeeignete Wasser
führt zu einer aussichtslosen Situation. Das Bangen um das Leben des imposanten Meeressäugers geht weiter, während Fachleute und Helfer vor Ort das Unvermeidliche erwarten.



