Hochwasser-Bedenken stoppen Brückenbau in Loitz: Sicherheitsprüfung nötig
In Loitz hat das jüngste Hochwasser im Februar unerwartete Konsequenzen für ein laufendes Bauprojekt. Die Baufirma hat den Weiterbau der neuen Brücke über den Ibitzbach vorerst gestoppt und fordert dringend eine fachliche Klärung der Sicherheitsbedenken.
Bürgermeisterin kündigt Verzögerung an
Bürgermeisterin Christin Witt informierte kürzlich in einer Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung, Bau und Verkehr über die Situation. „Voraussichtlich wird der Weiterbau noch bis Mitte April auf sich warten lassen“, erklärte sie. Der Grund dafür seien Bedenken der ausführenden Firma, die direkt mit dem Hochwasserereignis im Februar zusammenhängen.
Die für Fußgänger und Radfahrer konzipierte Brücke am Wilhelm-Irrgang-Weg wird bereits seit 2025 errichtet. Die Kommune hatte eigentlich mit einer baldigen Fertigstellung gerechnet, doch nun steht das Projekt vor einer unvorhergesehenen Prüfung.
Hochwasser erreichte Baustellenniveau
Beim jüngsten Hochwasser schwoll der Ibitzbach aufgrund von Schmelz- und Regenwasser aus dem Umland erheblich an. Zwar verhinderte das 2015 errichtete Sperrwerk zwischen Drosedow und Vorbein größere Überschwemmungen in Loitz, wie sie früher üblich waren. Dennoch erreichte das Wasser an einigen Stellen die Dammkante und stieg so hoch, dass es bis über die Unterkante der geplanten Betonquerung gereicht hätte.
Bauamtsleiter René Hassenstein betonte im Gespräch, dass selbst im Extremfall keine Überflutung der Brücke zu befürchten sei – Passanten würden trockenen Fußes bleiben. „Aber ein Teil des langen Überbaus befände sich eben in der Strömung“, erklärte er. Genau diese Situation wirft nun Fragen zur langfristigen Stabilität der Konstruktion auf.
Fachliche Stellungnahme angefordert
Die Baufirma hat bei den Planungsingenieuren eine entsprechende fachliche Stellungnahme angefordert, um zu klären, welche Auswirkungen solche Hochwassersituationen auf die Brücke haben könnten. Hassenstein zeigte sich von dieser Entwicklung überrascht, da Hochwasser im Ibitzbach weder ein Geheimnis noch eine unerwartete Naturerscheinung sei.
„Es gilt weder als Geheimnis noch als Überraschung, dass es immer mal wieder Hochwasser gibt und wie enorm der Bach dann an Volumen und Fließgeschwindigkeit zulegt“, so der Bauamtsleiter. Dennoch nehme die Firma die Sicherheitsfragen offenbar sehr ernst.
Hoffnung auf grünes Licht aus dem Rathaus
Die Kommune hofft nun, dass die Experten möglichst schnell grünes Licht für den Weiterbau geben werden. „Die einzige Hochwasserfolge sollten idealerweise nur ein paar Nacharbeiten wegen der Ausspülungen bei der Baustelle bleiben“, erklärte Hassenstein. Zusätzliche Schutzmaßnahmen würden die Fertigstellung wohl weiter verzögern, so die Befürchtung im Rathaus.
Das Mittelteil der neuen Brücke ist bereits vor Ort an Land betoniert worden, doch der Einbau muss nun warten. Seit der Errichtung des Sperrwerks 2014/15 ist die Überflutungsgefahr für Loitz zwar stark gesunken, doch offenbar reichen die aktuellen Schutzmaßnahmen nicht aus, um alle Sicherheitsbedenken bei Bauprojekten direkt am Gewässer auszuräumen.



