Hüpfburgenland in Rostock: Tradition trotz widriger Bedingungen
Seit gut drei Wochen bietet das Hüpfburgenland auf der Mühlenwiese in Rostock-Dierkow Kindern Spiel und Spaß. Doch für die Schaustellerfamilie Lombardy, die hinter diesem Abenteuerland steht, gestaltet sich das Geschäft in diesem Jahr besonders herausfordernd. Giuliano Renz, der mit nur 22 Jahren bereits als Burgherr fungiert, erklärt die schwierigen Umstände.
Die größte Herausforderung: Stellplatzsuche und Wetter
Die Familie kennt die Mühlenwiese in Dierkow bereits aus früheren Zeiten, als sie dort noch mit ihrem Zirkus gastierte. „Das hat sich aber nicht mehr so rentiert und die Besucherzahlen sind immer weniger geworden. Deshalb sind wir jetzt mit dem Hüpfburgenland unterwegs“, erläutert Renz. Die regelmäßig größte Herausforderung sei dabei die Beschaffung geeigneter Stellplätze, die oft ein halbes Jahr im Voraus geplant werden müsse.
Für den Aufbau der zehn Hüpfburgen benötigte die Familie etwa einen Tag. Mama, Papa und sein Bruder unterstützen den jungen Schausteller tatkräftig. Vormittags wird Werbung gemacht, nachmittags können die Kinder toben. Theoretisch stünden noch weitere Attraktionen wie eine Riesen-Wasserrutsche oder ein Pool zur Verfügung, doch dafür sei es aktuell noch zu frisch.
Wetter als entscheidender Faktor für den Erfolg
Das Geschäft in Dierkow verlief bisher lediglich „in Ordnung“, wie Renz betont. Die starke Wetterabhängigkeit stellt ein erhebliches Problem dar. Viele Tage mussten aufgrund von Regen geschlossen bleiben, da bei zu stürmischem oder regnerischem Wetter aus versicherungstechnischen Gründen keine Öffnung möglich ist. Selbst Sonne und Hitze können abträglich sein, da sich Kinder auf den Hüpfburgen verbrennen könnten.
Die besten Tage waren bisher das Osterwochenende. Die Kosten für den Betrieb sind beträchtlich: Allein die Platzmiete für die 1500 Quadratmeter beläuft sich auf rund 3500 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für Strom, Toilettenmiete, Transport und Fahrzeuge. Eine kleine Hüpfburg kostet etwa vierstellig, größere Modelle erreichen den Preis eines kleinen Autos.
Familientradition in vierter Generation
Giuliano Renz ist Schausteller in vierter Generation. Sein Urgroßvater begann nach dem Krieg mit der Schaustellerei und betrieb einen Zirkus. „Ich bin jetzt die vierte Generation“, sagt Renz stolz. Ihm liegt viel daran, diese Tradition fortzuführen, auch wenn das Geschäft hart ist und man „von heute auf morgen“ lebt.
Der 22-Jährige kümmert sich um die Organisation der Stellplätze, die Werbung, Auf- und Abbau sowie den Transport. Die Familie hilft sich gegenseitig, wenn es finanziell eng wird. Trotz der Herausforderungen schätzt Renz die Abwechslung: „Man ist immer wieder woanders, lernt andere Leute kennen, sieht neue Städte. Das ist schon schön.“
Zukunftsperspektiven und weitere Stationen
Der Zirkus der Familie existiert weiterhin, ist jedoch hauptsächlich in Niedersachsen unterwegs, da das Geschäft in Mecklenburg-Vorpommern schwieriger geworden ist. Themen wie Tiere im Zirkus beeinflussen die Nachfrage, obwohl regelmäßige Kontrollen durch das Veterinäramt stattfinden.
Nach dem Aufenthalt in Rostock zieht die Familie mit ihren Hüpfburgen weiter nach Stavenhagen, Schwedt/Oder, Anklam und schließlich Ueckermünde, wo sie über die Sommerferien bleiben wird. Noch bis Sonntag, den 26. April, hat das Hüpfburgenland in Dierkow geöffnet: unter der Woche von 14 bis 18 Uhr, am Wochenende von 12 bis 18 Uhr. Eine Tageskarte kostet für Kinder zehn Euro, für Erwachsene fünf Euro, mit der Möglichkeit, zwischendurch zu gehen und später wiederzukommen.



