Millionen für Warnowkai: Rostocker Fracht- und Fischereihafen rüstet auf
Millionen für Warnowkai in Rostock

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen (RFH) am Westufer der Warnow wird oft als kleine Schwester des großen Überseehafens bezeichnet. Doch der zweitgrößte Hafen der Hansestadt ist mittlerweile das größte zusammenhängende maritime Gewerbegebiet in Rostock. Damit hat der Hafenstandort in Marienehe eine eigene Berechtigung und wirtschaftliche Bedeutung. RFH-Geschäftsführer Steffen Knispel investiert weiter in den Ausbau der Hafeninfrastruktur. „Diese Infrastruktur ist unser Vermögen, deshalb fließen trotz der schweren Marktsituation erneut mehrere Millionen Euro in die interne Hafenentwicklung“, betont er.

Mehr als 150 Firmen im maritimen Gewerbepark

Investiert wird aktuell vor allem in die Ertüchtigung des hafeneigenen Schienennetzes sowie in die Modernisierung von Gewerbeimmobilien. „Wir wollen als eines der wichtigsten Gewerbegebiete in Rostock wahrgenommen werden“, sagt Knispel. „Wir sind zwar ein Umschlaghafen, betreiben aber auch einen Gewerbepark. Das ist ein essenzieller Geschäftsbereich, der zudem nicht so krisenanfällig ist wie das originäre Hafengeschäft.“ Mehr als 150 maritime Unternehmen sind mittlerweile auf dem Gebiet des RFH angesiedelt. Und es sollen mehr werden: „Wir wollen weitere Unternehmen hierher holen und sind dabei, weitere Grundstücke zu entwickeln“, erklärt Knispel.

So konnte beispielsweise für das Hafengebäude 206, dessen Komplettsanierung im Sommer abgeschlossen sein soll, mit der DB Services GmbH eine Tochterfirma der Deutschen Bahn als Mieter mit einem Langfristvertrag von mindestens zehn Jahren gewonnen werden. Seit Anfang April ist die DB Services GmbH vor Ort vertreten. Auch ein Betriebsarztzentrum soll demnächst in das Gebäude einziehen. Ebenso wird in den nächsten zwei Jahren das RFH-Gebäude am Alten Hafen modernisiert und für Firmen, vor allem aus dem Bereich der Meeres- und Unterwassertechnologie, hergerichtet, kündigt Knispel an.

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Moderne Umschlagtechnik für größere Schiffe

Zudem investiert der RFH in die Modernisierung seiner Umschlagtechnik. Schon in den nächsten Wochen soll ein neuer Umschlagbagger zum Einsatz kommen. „Mit einer Auslage von 30 Metern können wir künftig auch größere Schiffe mit Ladekapazitäten von mehr als 15.000 Tonnen effizient abfertigen“, sagt Sven Köppen, Leiter Hafenwirtschaft beim RFH. Im zweitgrößten Rostocker Hafen können Frachtschiffe bis zu einer Länge von 180 Metern festmachen.

Größtes Kühlhaus der Stadt auf Hafengelände

Der Rostocker Fracht- und Fischereihafen ist ein Universalhafen, der am Westufer der Warnow an die Ostsee sowie an das Straßen- und Schienennetz im Hinterland angebunden ist. Im Hafen werden Massen- und Stückgüter, in erster Linie Holz und Düngemittel, umgeschlagen. 2025 belief sich der Güterumschlag auf rund 951.000 Tonnen. Das größte Kühlhaus in der Hansestadt direkt an der Kaikante ermöglicht zudem die Zwischenlagerung von 10.000 Tonnen Tief- und Leichtkühlware. Rostocks zweitgrößter Hafen beschäftigt knapp 70 Mitarbeiter, verfügt über 21 Liegeplätze sowie über Lager- und Gewerbeflächen. Etwa 150 Firmen sind auf dem zirka 60 Hektar großen RFH-Gelände angesiedelt.

Zudem kündigt sich bereits eines der größten Sanierungsvorhaben in der Geschichte des RFH an: die etappenweise Modernisierung des 1100 Meter langen Warnowkais. „Das ist unsere Hauptumschlagsader“, unterstreicht Knispel. „Ohne funktionierendes Bauwerk an der Wasserseite funktioniert gar nichts.“ Das Bauwerk aus den 1960er-Jahren muss einer Generalsanierung unterzogen werden. Die Planungen laufen, in drei bis vier Jahren will Knispel mit dem Bau beginnen. „Der Kai ist teuer“, weiß der RFH-Geschäftsführer und rechnet mit bis zu 60 Millionen Euro. Eine solche millionenschwere Investition sei ohne Fördergelder nicht zu bewältigen. „Häfen erfüllen generell eine essenzielle Versorgungs- und Verteilungsfunktion in der Gesellschaft, was dem Staat auferlegt, einen Beitrag zum Erhalt und Ausbau von Hafeninfrastruktur zu leisten“, so Knispel.

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