Historisches Pfarrhaus wird zum lebendigen Kulturzentrum
Im malerischen Alt Rehse an der Müritz hat Andreas Guba vor eineinhalb Jahren das historische Pfarrhaus Tollensesee erworben. Seitdem arbeitet der neue Hausherr intensiv daran, das Gebäude mit frischen Ideen zu beleben und als vielseitigen Veranstaltungsort in der Region zu etabliern. Neben der Fortführung der bestehenden Gästezimmer und der beliebten Mosterei stehen vor allem kulturelle Veranstaltungen im Mittelpunkt seiner Pläne.
Konzerte und Events im Saal und Garten
Der Saal auf der Südseite des Gebäudes bietet Platz für etwa 40 bis 50 Gäste und verfügt bereits über eine fest installierte Bühne. Am 15. März findet hier ein besonderes Highlight statt: Das Simon-Quinn-Quartett präsentiert ein Stummfilmkonzert zum Hitchcock-Klassiker „Der Mieter“ mit eigens komponierten Soundtracks. Passend zum Londoner Setting wird ein englisches Catering vom Bistro Alt Rehse angeboten. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft – ein vielversprechender Start für das ambitionierte Programm.
Dies ist bereits die dritte Veranstaltung im Haus, und weitere sind in Planung. Ab Sommer soll auch der idyllische Rosengarten auf der Südseite für Events genutzt werden. Am 9. Mai wird dort die Sängerin Anne Harmsen auftreten. Andreas Guba plant, die Bühne dann im Freien aufzustellen. Derzeit zeigt der Garten noch winterliche Spuren, doch das wird sich laut Guba bald ändern: „Schon im April werde der Garten und auch sonst viel auf dem Grundstück auf Vordermann gebracht.“ Er wartet bewusst, um Insekten wie den bereits summenden Hummeln noch ausreichend Nahrung zu bieten.
Kontakte durch Freundin in der Kulturszene
Die Verbindungen zu Künstlern ergeben sich durch Gubas Freundin Michaela Winterstein, die als Schauspielerin tätig ist. „Sie hat entsprechende Kontakte in die Kulturszene“, erklärt er. Geplant sind Auftritte von Comedians, Schauspielern und Musikern, die das Pfarrhaus zu einem lebendigen Treffpunkt machen sollen. Andreas Guba, ursprünglich aus Berlin, zog zunächst in die Uckermark und lebt nun im Pfarrhaus Alt Rehse, wo er seine Visionen verwirklicht.
Flexible Nutzung: Übernachtungen für Pilger und Gruppen
Der Saal soll nicht nur für Veranstaltungen, sondern auch flexibel für Übernachtungen genutzt werden. Für Pilger oder Gruppen sind Schlafplätze geplant, die mit Rollen ausgestattet und leicht wegräumbar sein werden. Dafür wird aktuell neben dem großen Raum gearbeitet: Eine Gemeinschaftsküche und Badezimmer mit mehreren Duschen entstehen, und ein Durchbruch zur späteren Tür ist bereits vorbereitet.
Guba nennt dieses Konzept „Bed & Breakfast“, da die Gäste auch ein Frühstück erhalten. Die Übernachtung soll etwa 40 Euro pro Nacht kosten. Ein kleiner Raum in einer Ecke des Saals wird dafür genutzt, um die Betten flexibel zu lagern.
Appartements im Obergeschoss und historische Bäume
Im Obergeschoss gibt es bereits vier gut gebuchte Appartements mit den Namen Eiche, Birke, Linde und Kastanie – benannt nach den Bäumen vor den Fenstern. Nur die Birke steht nicht mehr, die anderen sind etwa 250 Jahre alt und dienen als Schutzbäume. „Sie sind tief verwurzelt und schützen so vor Wasser, das von unten kommen könnte. Außerdem halten sie mit ihren Kronen Blitze ab“, erläutert Guba.
Die Appartements sind praktisch mit ein bis zwei Zimmern, Küche und Bad ausgestattet und verfügen über einen Gemeinschaftsraum. Der rustikale Charme wird beibehalten, obwohl Guba bei ausreichendem Budget die Betten austauschen möchte. Derzeit kostet eine Nacht 55 Euro für eine Person, jede weitere Person zahlt 20 Euro extra. Gäste sind oft Teilnehmer von Lehrgängen in Neubrandenburg oder Studenten bei Seminaren, und viele kehren als Wiederholungstäter zurück.
Erbe der Vorbesitzer und Mosterei als Anziehungspunkt
Andreas Guba kaufte das Anwesen von der Familie Krug, die 50 Jahre lang dort lebte. Rudolf Krug, Tierarzt für Nutz- und Großtiere, machte das Pfarrhaus mit Schlafplätzen und der Mosterei bekannt. Die Erlebnis-Mosterei, bei der Saft vor den Augen der Gäste hergestellt wird, zieht Besucher aus der ganzen Umgebung an und trägt zur Bekanntheit von Gubas Angebot bei. Rudolf Krug und seine Frau Christine leben nun in der Nähe von Wiesbaden bei ihren Kindern. Das historische Pfarrhaus scheint in guten Händen zu sein und entwickelt sich zu einem lebendigen Kultur- und Begegnungsort in der Region.



