Ein Euro für ein Stück Heimat: Rostocker rettet historischen Fischkutter
Ein symbolischer Kauf mit großer Bedeutung: Der Rostocker Paul Hildebrand hat den historischen Fischkutter „Storkow“ aus dem Jahr 1949 für nur einen Euro erworben. Der 37-Jährige verfolgt damit keine kommerziellen Interessen, sondern eine tiefe Leidenschaft für die maritime Geschichte seiner Heimatregion.
Die Rettung eines Zeitzeugen
Der 17 Meter lange Kutter stand nach dem dramatischen Rückgang der Fischbestände in der Ostsee zum Verkauf. „Fischkutter stehen wie kaum etwas anderes für die Identität unserer Region“, erklärt Hildebrand, der von Beruf Kfz-Mechatroniker und Berufskraftfahrer ist. Sein Ziel ist klar: Das Schiff vor dem sicheren Verfall bewahren und für die Nachwelt erhalten.
Die Herausforderungen sind beträchtlich:
- Ein Leck im Rumpf erfordert dringende Reparaturen
- Die ursprünglichen Besatzungsmitglieder sind heute im hohen Alter
- Die Finanzierung der Restaurierung muss gesichert werden
Vision eines schwimmenden Museums
Hildebrand plant, den Kutter am Alten Strom in Warnemünde als schwimmendes Museum oder für kurze Fahrten einzusetzen. „Ein Verein wäre die ideale Lösung“, sagt er, „doch dafür braucht man mindestens sieben engagierte Mitglieder.“ Immerhin besteht bereits guter Kontakt zum Heimatmuseum Warnemünde, und erste Unterstützer aus dem Freundeskreis haben sich gefunden.
Praktische Herausforderungen und kleine Erfolge
Der Winter hat dem im Rostocker Stadthafen liegenden Schiff zugesetzt. Hildebrand verbringt viel Zeit mit Aufräumarbeiten:
- Schwimmwesten, Taue und Netze müssen sortiert werden
- Der Motor bedarf der Überholung
- Holzarbeiten erfordern spezielles Fachwissen
Ein besonderer Moment war ein erfolgreicher Hafentörn unter Begleitung eines Schiffsexperten. Auf seiner Website dokumentiert Hildebrand die Geschichte des Kutters mit eindrucksvollen Fotos und historischen Dokumenten.
Ein Pionierprojekt für Rostock
Paul Hildebrand könnte mit seinem Engagement einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des maritimen Kulturerbes leisten. Ob als Museum, Veranstaltungsort oder Bildungsstätte – die „Storkow“ hat das Potenzial, zu einem Symbol für die Verbundenheit der Region mit ihrer Ostsee-Tradition zu werden. Sein gelassenes Lächeln und seine langen Haare täuschen nicht darüber hinweg: Hier arbeitet ein Mann mit einer klaren Vision für seine Heimat.



