Wildschweine in Rostock: Sondergenehmigung für Abschüsse in Evershagen
Wildschweine in Rostock: Abschüsse in Evershagen genehmigt

Wildschweine in Rostock: Stadt greift mit Sondergenehmigungen durch

In der Hansestadt Rostock eskalieren die Probleme mit Wildschweinen. Die Tiere dringen immer häufiger in bewohnte Gebiete vor und richten erhebliche Schäden an. Besonders betroffen ist der Stadtteil Evershagen, wo die Wildschweine den Park am Fischerdorf regelrecht verwüstet haben. Die Stadt hat nun reagiert und Sondergenehmigungen für Abschüsse erteilt.

Schäden im Fischerpark: „Richtig ausgehöhlt“

Revierförster Christoph Willert vom Rostocker Stadtforstamt berichtete in der April-Sitzung des Ortsbeirates Evershagen, dass die Wildschweinproblematik im Nordwesten der Stadt zwar nicht völlig überraschend kam, das Ausmaß jedoch selbst erfahrene Förster beeindruckt habe. Renate Behrmann, Leiterin des Amtes für Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen, schilderte, dass die Schweine den Park stellenweise „richtig ausgehöhlt“ hätten. Mit schwerem Gerät sei der Bereich eingeebnet worden, doch bereits am nächsten Tag sei der Schaden erneut aufgetreten. Willert schätzt die Schadenshöhe im Fischerpark als „sehr erheblich“ ein. Allein im Jagdjahr 2024/2025 verursachten Wildschweine auf städtischen Grünflächen einen Schaden von über 350.000 Euro.

Wildschweine unterhöhlen Schienen im Rostocker Westen

Die Wildschweine machen nicht nur Anwohnern Angst, sondern gefährden auch die Infrastruktur. Die Fischereihafengesellschaft meldete, dass die Tiere Mäusenester unter den Schienen aufgewühlt und diese so unterhöhlt hätten. „Wir trauen uns gar nicht mehr mit unseren Holzzügen über die Schienen zu fahren“, zitierte Willert die Gesellschaft. Im vergangenen Jagdjahr wurden daher rund 60 Wildschweine im großen Jagdgebiet im Rostocker Westen erlegt.

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Sondergenehmigungen für Abschüsse in Evershagen

Nun sollen auch in Evershagen gezielte Abschüsse erfolgen. Die Sondergenehmigungen wurden für den sensiblen Bereich des Parks ausgestellt, in dem sich rund um die Uhr Menschen aufhalten. „Da kann man nicht einfach so walten wie in einem Jagdgebiet“, erklärte Willert. Die Aktion erfolgt in Abstimmung mit verschiedenen Ämtern und unter besonderen Vorkehrungen, wie dem Einsatz von Wärmebildkameras. Zudem werden weitere Maßnahmen geprüft, da die Wildschweine teilweise bereits unter Balkonen von Wohnblöcken gesichtet wurden. „Und dann dauert es nicht mehr lange, dann ziehen sie in Hecken ein und leben dann da. Also dann kann man tatsächlich sagen, dass die Wildschweine in die Stadt gezogen sind“, so der Förster.

Ursache: Steigende Population in den Lichtenhäger Tannen

Die Zunahme der Wildschweine in Evershagen führt Willert auf eine steigende Population in den Lichtenhäger Tannen zurück, von wo aus sich die Tiere in die umliegenden Gebiete ausbreiten. Dieses Gebiet liegt außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Stadtförster, sodass dort keine direkten Maßnahmen ergriffen werden können. Dennoch zeigt sich Willert zuversichtlich: „Es wird nächstes Jahr nicht mehr solche Schäden im Park im Fischerdorf geben.“

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