Unerwarteter Rekordfang im Carwitzer See
Eigentlich hatte Wulf-Dietrich Becker an diesem eiskalten Februartag ganz andere Pläne. Der 71-jährige Feldberger wollte lediglich Angelplattformen auf dem zugefrorenen Carwitzer See positionieren, um insbesondere Rollstuhlfahrern das Angeln von Schwimmstegen aus zu ermöglichen. Doch dann kam alles ganz anders.
Ein kapitaler Fang bei eisigen Temperaturen
Während der Arbeiten nutzte der passionierte Angler die Gelegenheit und legte eine Angel aus. Die Bedingungen waren extrem: Es war so kalt, dass das Eisloch bereits wieder zugefroren war, als Becker später nach seiner Angel sah. Die Pose saß fest im Eis – und am Köder hing ein wahrer Prachtfisch.
Der gefangene Hecht brachte stolze zwölf Kilogramm auf die Waage und maß beeindruckende 113 Zentimeter in der Länge. „So einen kapitalen Winterhecht holt man nicht alle Tage aus dem Eis“, kommentiert Becker den außergewöhnlichen Fang, den er natürlich mit der Kamera festhielt.
Familienrekord nach Jahrzehnten des Angelns
Mit diesem Fang stellt der 71-Jährige einen bemerkenswerten Familienrekord auf. Seit 1959 ist Becker aktiver Angler und seit 1965 Mitglied im Angelverein. „Kein Becker aus unserem Familienzweig hatte je einen größeren Fang aus heimischen Gewässern“, erklärt der Rentner stolz. Selbst sein Großvater, der ebenfalls passionierter Angler war, konnte keinen vergleichbaren Fisch vorweisen.
Der Hecht wurde mit einem 13 Zentimeter langen Rotauge geködert, das ebenfalls aus dem Carwitzer See stammte. „Im Winter sind die Fische nicht so aktiv“, weiß der erfahrene Angler, der den Kampf des Raubfisches allerdings nicht miterlebte, da er mit den Plattformen beschäftigt war.
Vielseitiges Engagement über das Angeln hinaus
Wulf-Dietrich Becker ist in der Region nicht nur als Angler bekannt. Als „Eisläufer“ markiert er bei Eis in den Wintermonaten sichere Strecken für Gäste auf den zugefrorenen Seen. Zudem teilt er sein umfangreiches Wissen gern mit anderen Angelsportlern.
International war der Mecklenburger ebenfalls aktiv: Er gründete das Steinbeißerteam, das 2015 bei Meeresangelwettkämpfen in Island den ersten Platz belegte. Seine Angelreisen führten ihn nach Norwegen, Schweden, Kuba und in die Mittelmeerregion.
Nachhaltige Nutzung und soziale Projekte
Der gefangene Hecht landete übrigens in der Pfanne und reichte sogar noch für einen eingeladenen Freund. „Grundsätzlich werden die gefangenen Fische sinnvoll verwertet“, betont Becker und weist darauf hin, dass sie nicht an Tiere verfüttert werden.
Ein besonderes Anliegen sind ihm die bereits erwähnten Angelplattformen, die Menschen mit Handicap den Zugang zum Angelsport ermöglichen. Aktuell beobachtet Becker, dass der Wasserspiegel um mehr als einen Meter gesunken ist, weshalb die Plattformen nun ins Wasser gezogen werden müssen.
Der Rentner bietet mittlerweile auch Urlaubsangebote unter „Ferien beim Angler“ online an und setzt damit eine Familientradition fort, die vor 61 Jahren mit seinem Großvater begann.



