Sachsen-Anhalt: Bildungsminister Riedel wehrt sich gegen AfD-Kritik an seinen TikTok-Videos
Im Landtag von Sachsen-Anhalt ist eine hitzige Auseinandersetzung über die Social-Media-Aktivitäten von Bildungsminister Jan Riedel entbrannt. Der CDU-Politiker sieht sich mit scharfer Kritik von Seiten der AfD konfrontiert, die seine Videos auf Plattformen wie TikTok als unwürdig für sein Amt bezeichnet.
Emotionale Debatte im Magdeburger Parlament
Während der Befragung der Landesregierung im Magdeburger Parlament griff der AfD-Abgeordnete Hans-Thomas Tillschneider die TikTok-Beiträge des Ministers vehement an. Tillschneider bezeichnete mehrere Videos als „verstörend“ und stellte die Frage, ob diese mit der Würde des Amtes eines Bildungsministers vereinbar seien.
Konkret kritisierte der AfD-Politiker folgende Inhalte:
- Ein Video, in dem Riedel mit einem Stoffpapagei spricht
- Einen Beitrag mit Wortwitzen zum Lied „Leise riedelt der Schnee“
- Eine Aufnahme, die den Minister auf einem Rollwagen zeigt, während Mitarbeiter Hindernisse aus dem Weg räumen und er Grimassen zieht
- Eine Grafik mit neun verschiedenen Grimassen des Ministers, darunter eine mit Aluhut
AfD: Minister mache sich zum Clown
„Diesen Aktivitäten kann man eine gewisse komische Wirkung nicht absprechen“, räumte Tillschneider ein, fügte aber kritisch hinzu: „Weshalb macht sich der Bildungsminister vor aller Welt zum Clown?“ Die TikTok-Grafik, bei der Nutzer ihre Tagesstimmung anhand von Minister-Fotos beschreiben sollten, stieß beim AfD-Abgeordneten auf besonderes Unverständnis.
Riedels Verteidigung: Reichweite für ernste Themen
Bildungsminister Jan Riedel wies die Vorwürfe entschieden zurück. „Es wirkt scheinbar, weil Sie sich auch damit beschäftigen“, konterte der CDU-Politiker gegenüber seinem Kritiker. Riedel betonte, dass das Ziel seiner Social-Media-Aktivitäten darin bestehe, Reichweite zu erzielen und über diese Aufmerksamkeit auch auf ernsthafte Bildungsthemen aufmerksam zu machen.
Der Minister verwies darauf, dass ein Großteil seiner Inhalte sich mit dem Bildungsland Sachsen-Anhalt befasse. Die lockeren Beiträge seien lediglich ein Mittel, um insbesondere jüngere Zielgruppen zu erreichen und sie für bildungspolitische Fragen zu interessieren.
Keine zusätzlichen Stellen für Social Media
Auf Nachfrage von Tillschneider erklärte Riedel, dass der TikTok-Kanal von einer bereits im Bildungsministerium beschäftigten Mitarbeiterin für Social Media betreut werde. Für diese Aktivitäten seien keine zusätzlichen Stellen geschaffen worden, betonte der Minister und wies damit den Vorwurf zurück, es handele sich um eine unnötige Ressourcenverschwendung.
Die Debatte im Landtag von Sachsen-Anhalt zeigt, wie kontrovers der Einsatz moderner Kommunikationsmittel in der Politik bewertet wird. Während die AfD in Riedels TikTok-Aktivitäten einen Verlust an Amtswürde sieht, verteidigt der Bildungsminister seinen Ansatz als notwendige Anpassung an veränderte Mediengewohnheiten.



