Feldhasenbestand in Sachsen-Anhalt zeigt leichten Aufwärtstrend trotz regionaler Unterschiede
Feldhasen in Sachsen-Anhalt: Leichter Anstieg, aber regionale Unterschiede

Feldhasenpopulation in Sachsen-Anhalt verzeichnet leichten Zuwachs

Die Feldhasenbestände in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr einen moderaten Anstieg verzeichnet. Nach aktuellen Daten des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt wurden im Frühjahr 2025 durchschnittlich etwa acht Tiere pro Quadratkilometer gezählt. Dieser Wert markiert eine Fortsetzung des seit einigen Jahren beobachtbaren, leichten Aufwärtstrends bei den Langohren auf den Feldern des Bundeslandes.

Regionale Unterschiede prägen das Bild

Die Entwicklung der Feldhasenpopulation zeigt sich jedoch nicht einheitlich über das gesamte Bundesland verteilt. Deutliche Unterschiede zwischen Nord und Süd charakterisieren die Situation. Wie eine Sprecherin des Verbands erläuterte, werden insbesondere im Norden Sachsen-Anhalts sowie im nördlichen Harzvorland überdurchschnittlich viele Hasen gesichtet. In diesen Regionen können die Bestandsdichten lokal bis zu 24 Hasen pro Quadratkilometer erreichen.

Im Kontrast dazu hinken die südlichen Gebiete Sachsen-Anhalts in ihrer Hasenpopulation deutlich hinterher. Die Gründe für diese regionale Disparität sind vielfältig und werden maßgeblich von den vorherrschenden Witterungsbedingungen beeinflusst.

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Klima begünstigt Steppentier

Der Landesjagdverband führt den positiven Trend unter anderem auf die sich verändernden klimatischen Verhältnisse zurück. „Die zunehmend warmen Frühjahre und die warmen, teilweise auch feuchten Sommer wirken sich größtenteils positiv auf den Feldhasen als ursprüngliches Steppentier aus“, so die Einschätzung der Experten. Diese Bedingungen scheinen der Art entgegenzukommen und tragen zum leichten Bestandswachstum bei.

Sachsen-Anhalt im Bundesvergleich

Trotz der erfreulichen Entwicklung bleibt die Hasendichte in Sachsen-Anhalt im bundesweiten Vergleich unter dem Durchschnitt. Deutschlandweit wurden zuletzt im Mittel rund 19 Feldhasen pro Quadratkilometer erfasst. Damit liegt der Wert für Sachsen-Anhalt deutlich unter diesem nationalen Schnitt, was auf weiterhin bestehende Herausforderungen für den Artenschutz hinweist.

Neue Bedrohung durch Viruserkrankung

Sorgen bereitet Wildtierfachleuten aktuell die potenzielle Ausbreitung der Myxomatose. Diese Viruserkrankung wurde im Jahr 2023 erstmals bei Feldhasen in Deutschland nachgewiesen und hat sich seither in mehrere Bundesländer ausgebreitet. Für Sachsen-Anhalt gibt es bislang zwar keine bestätigten Fälle der Erkrankung, doch die Gefahr einer Einschleppung und weiteren Verbreitung wird von Experten sehr ernst genommen. Die Myxomatose stellt eine neue, ernstzunehmende Bedrohung für die sich langsam erholenden Feldhasenbestände dar.

Insgesamt zeigt die Situation der Feldhasen in Sachsen-Anhalt ein gemischtes Bild: Während ein leichter Aufwärtstrend und günstige klimatische Bedingungen Hoffnung geben, bleiben regionale Ungleichheiten und neue gesundheitliche Gefahren durch Viruserkrankungen bedeutende Faktoren für die zukünftige Entwicklung der Population.

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