Industriekultur 2026: Sachsen-Anhalt öffnet über 100 historische Standorte
Der 16. Tag der Industriekultur in Sachsen-Anhalt verwandelt das Bundesland am Sonntag, dem 12. April 2026, in ein riesiges Schaufenster seiner industriellen Vergangenheit. Mit mehr als 100 teilnehmenden Standorten erreicht der landesweite Aktionstag einen neuen Rekord und bietet Besuchern vielfältige Einblicke in historische Industrieorte, die sonst oft verschlossen bleiben.
Dessau als Mittelpunkt mit besonderer Eröffnung
Im Mittelpunkt des diesjährigen Aktionstages steht Dessau, wo die Veranstaltung bereits am Donnerstag, 9. April, mit einer Eröffnungsfeier in der wiederentdeckten Kraftmaschinenhalle beginnt. Dieser Industriebau wurde von Peter Behrens, einem prägenden Architekten der Bauhaus-Bewegung, ursprünglich für die Weltausstellung 1910 in Brüssel entworfen und später nach Dessau versetzt.
"Die Kraftmaschinenhalle steht exemplarisch für das, was der Tag der Industriekultur sichtbar macht", erklärt Dr. Thomas Fischer vom Netzwerk Industriekultur Sachsen-Anhalt. "Orte, die lange übersehen wurden und plötzlich wieder im Mittelpunkt stehen. Genau darin liegt der Reiz für Besucherinnen und Besucher."
Vielfältige Angebote von Nord bis Süd
Die teilnehmenden Industriestandorte verteilen sich über das gesamte Bundesland:
- Von Havelberg im Landkreis Stendal im Norden
- Bis nach Zeitz im Burgenlandkreis im Süden
Die Besucher können sich auf ein umfangreiches Programm freuen:
- Führungen durch historische Industrieanlagen
- Vorträge zur Industriegeschichte Sachsen-Anhalts
- Besondere Touren zu sonst nicht zugänglichen Orten
- Spezielle Angebote für Kinder und Familien
Besondere Highlights und Attraktionen
Unter den mehr als 100 geöffneten Standorten finden sich zahlreiche besondere Attraktionen:
In Magdeburg öffnet der Wasserturm in Salbke seine Pforten mit stündlichen Führungen. Unweit davon kann in Zielitz der sogenannte Kalimandscharo, ein riesiger weißer Kaliberg, bestiegen werden. Das Erlebnisbergwerk in Harzgerode öffnet seine Schachthalle für Besucher, während vor den Toren Halberstadts in Langenstein historische Höhlenwohnungen zu entdecken sind.
Im Raum Anhalt-Dessau-Wittenberg sind mehr als 30 Orte geöffnet, darunter:
- Der Chemiepark in Bitterfeld-Wolfen
- Der Wasserturm in Bobbau
- Das Technikmuseum Hugo Junkers in Dessau
- Das Kraftwerk in Zschornewitz
Natürlich öffnet auch Ferropolis, die Stadt aus Eisen in Gräfenhainichen, ihre Tore. Neben einer Sonderausstellung können Schulkinder beim Experimentieren einen Kohle-Kompass erhalten.
Weitere besondere Angebote
Im Süden Sachsen-Anhalts bietet der Luftschutzbunker in Braunsbedra spezielle Führungen an. Für Filminteressierte finden in Merseburg die Filmtage statt, wo im Domstadtkino alte Defa-Streifen wie "Hut ab, wenn du küsst" oder "Die Entfernung zwischen dir und mir und ihr" gezeigt werden.
Vorprogramm mit "Offenem Werktor"
Bereits am Freitag und Samstag vor dem Hauptaktionstag läuft die Aktion "Offenes Werktor". Dabei können Interessierte bei Führungen einen Blick hinter die Kulissen von Unternehmen werfen. Mit dabei sind unter anderem Henglein aus Klosterhäseler und Schüco aus Weißenfels.
Der Tag der Industriekultur 2026 bietet damit eine einzigartige Gelegenheit, die industrielle Vergangenheit Sachsen-Anhalts an Originalschauplätzen zu erleben und zu verstehen, wie diese Orte das Bundesland bis heute prägen.



