Krötenrettung in Sachsen-Anhalt: Ehrenamtliche Helfer werden immer seltener
Krötenrettung: Ehrenamtliche Helfer werden immer seltener

Krötenzäune in Sachsen-Anhalt: Ein täglicher Kampf um das Überleben der Lurche

Ein kühler Wind weht über die Landstraße bei Gößnitz im Burgenlandkreis. Hier, wenige Meter neben der Fahrbahn, vollzieht sich täglich ein kleines Wunder des Naturschutzes. Mirko Bruch, ein 50-jähriger engagierter Bürger, streift in festen Stiefeln durch das feuchte Gras entlang eines 700 Meter langen, grünen Krötenzauns. Sein Ziel: Die Rettung von Amphibien vor dem sicheren Tod im Straßenverkehr.

Ein Ehrenamt mit lebensrettender Mission

Mirko Bruch betreut gemeinsam mit einer Freundin diesen Krötenzaun, eine kniehohe Barriere, die die Tiere daran hindert, direkt auf die Straße zu wandern. Stattdessen fallen sie in im Boden eingegrabene Plastikeimer, aus denen Bruch sie täglich befreit. Behutsam nimmt er eine matschfarbene Erdkröte auf seine Handfläche. In diesem Jahr hat er bereits über 700 Tiere sicher zu ihrem Laichgebiet gebracht, ein mühsamer, aber unverzichtbarer Akt des Artenschutzes.

Doch die Situation ist alarmierend. Ehrenamtliche Helfer wie Mirko Bruch werden in Sachsen-Anhalt immer seltener, was fatale Folgen für die Lurche hat. In vielen Orten der Region sind die Amphibienpopulationen bereits stark dezimiert, einige stehen kurz vor der Ausrottung. Der Rückgang der Freiwilligen gefährdet nicht nur einzelne Tiere, sondern das gesamte ökologische Gleichgewicht.

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Die Herausforderungen des Amphibienschutzes

Die Arbeit der Krötenretter ist zeitintensiv und erfordert täglichen Einsatz, besonders während der Wanderungszeiten im Frühjahr. Die Aufgaben umfassen:

  • Kontrollgänge entlang der Zäune
  • Sammeln der gefangenen Kröten aus den Eimern
  • Sicheres Überqueren der Straße mit den Tieren
  • Freilassung in den Laichgewässern
  • Wartung und Reparatur der Schutzzäune

Ohne diesen Einsatz würden Tausende von Kröten, Fröschen und Molchen jährlich dem Verkehr zum Opfer fallen. Die Straßen zerschneiden ihre natürlichen Wanderrouten zwischen Winterquartieren und Laichgewässern, was ohne menschliche Hilfe oft tödlich endet.

Ein Appell an die Gesellschaft

Die Situation in Gößnitz steht exemplarisch für ein landesweites Problem. Der Mangel an ehrenamtlichen Helfern bedroht den Erfolg jahrzehntelanger Naturschutzbemühungen. Experten warnen, dass ohne neue Freiwillige ganze Populationen verschwinden könnten. Dabei geht es nicht nur um die Kröten selbst, sondern um ihre Rolle im Ökosystem als Insektenvertilger und Nahrungsquelle für andere Tiere.

Mirko Bruch und seine Mitstreiter hoffen auf mehr Unterstützung aus der Bevölkerung. Ihr täglicher Einsatz zeigt, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Artenschutz leisten kann. Doch ohne Verstärkung könnte ihr wichtiges Werk bald an seine Grenzen stoßen – mit unumkehrbaren Folgen für die Biodiversität in Sachsen-Anhalt.

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