Lenzmond am 3. März: Frühlingsvorbote mit vielen Namen über Sachsen-Anhalt
Am 3. März erstrahlt ein besonderer Vollmond am Nachthimmel über Sachsen-Anhalt. Traditionell wird dieser als Lenzmond bezeichnet und gilt als symbolischer Vorbote des Frühlings. Doch das Himmelsereignis trägt noch zahlreiche weitere, teils kuriose Bezeichnungen, die auf den bevorstehenden Saisonwechsel hindeuten.
Der Lenzmond als Frühlingssymbol
Der Begriff Lenzmond oder Lenzing leitet sich vom althochdeutschen Wort lenzo ab, das für Frühling steht. Diese Bezeichnung wird seit Jahrhunderten verwendet und passt in diesem Jahr besonders gut zu den aktuellen Wetterbedingungen in Sachsen-Anhalt. Sonnige Tage und zweistellige Temperaturen unterstreichen den Eindruck eines frühen Frühlingsbeginns und machen den Lenzmond zu einem passenden Himmelszeichen für die aufkeimende Jahreszeit.
Vollmond mit Mondfinsternis – aber nicht sichtbar
Bei der Vollmondphase am 3. März stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie, wobei sich die Erde zwischen den beiden Himmelskörpern befindet. Diese Konstellation kann zu einer Mondfinsternis führen, die auch als Blutmond bezeichnet wird. Allerdings wird dieses spektakuläre Ereignis nicht über Sachsen-Anhalt zu beobachten sein. Sichtbar ist die Finsternis stattdessen über Regionen wie dem Pazifik, Neuseeland, Japan, Ost-Sibirien, Kanada und Alaska.
Viele Namen für den März-Vollmond
Der März-Vollmond trägt eine Vielzahl traditioneller Beinamen, die oft mit natürlichen oder kulturellen Phänomenen verbunden sind:
- Krähenmond: Dieser Name bezieht sich auf die Rückkehr der Saatkrähen aus östlichen Regionen in ihre Brutgebiete in Mitteldeutschland im Spätwinter.
- Fastenmond: Eine Bezeichnung, die auf die christliche Fastenzeit verweist, die mit Aschermittwoch am 18. Februar begann und bis Anfang April andauert.
- Keuscher Mond: Dieser Ausdruck verbindet die Zeit des religiösen Verzichts mit dem Übergang in den Frühling.
Indigene Traditionen: Wurmmond und Zucker- und Sirupmond
Auch indigene Völker haben eigene Namen für den März-Vollmond geprägt. Das Volk der Algonquin nennt ihn beispielsweise Wurmmond, weil mit dem Tauwetter die ersten Regenwürmer sichtbar werden. Zu dieser Zeit des Jahres beobachteten sie, wie sich vermehrt Würmer aus dem aufgetauten Boden gruben und so das Erdreich auflockerten, erklärt Dr. Björn Voss, Leiter des Hamburger Planetariums.
In Nordamerika spricht das Ojibwe-Volk vom Zucker- und Sirupmond, da im März der Saft des Zuckerahorns zu fließen beginnt und die Erntezeit für Ahornsirup startet.
Vollmond-Kalender für Sachsen-Anhalt
Nach dem Lenzmond folgen in diesem Jahr weitere Vollmonde über Sachsen-Anhalt, die jeweils eigene traditionelle Namen tragen:
- 2. April (Ostermond, Rosa Mond)
- 1. Mai (Wonnemond, Blumenmond)
- 31. Mai
- 30. Juni (Brachmond, Erdbeermond)
- 29. Juli (Heumond, Bockmond)
- 28. August (Erntemond, Störmond)
- 26. September (Herbstmond, Maismond/Erntemond)
- 26. Oktober (Weinmond, Jägermond/Erntemond)
- 24. November (Nebelmond, Bibermond)
- 24. Dezember (Julmond, Kalter Mond)
Der Lenzmond am 3. März markiert somit nicht nur den astronomischen Höhepunkt des Mondzyklus, sondern auch einen kulturellen und natürlichen Übergang in die wärmere Jahreszeit. Mit seinen vielen Namen und Traditionen bleibt er ein faszinierendes Himmelsphänomen, das den Frühling in Sachsen-Anhalt einläutet.



