Spritpreise in Sachsen-Anhalt: Gründe für die höchsten Tankkosten in Deutschland
Sachsen-Anhalt: Höchste Spritpreise in Deutschland

Sachsen-Anhalt führt bei Spritpreisen: Gründe für die teuersten Tankstellen

Eine aktuelle Auswertung des ADAC belegt, dass in keinem anderen Bundesland derzeit so hohe Spritpreise zu zahlen sind wie in Sachsen-Anhalt. Zum Zeitpunkt der Messung kostete der Liter Super E10 dort knapp 1,80 Euro und damit deutlich mehr als im bundesweiten Vergleich. Im Saarland, dem günstigsten Bundesland, liegt der Preis fast 8 Cent niedriger.

Ost-West-Gefälle bei Dieselpreisen deutlich sichtbar

Nicht nur bei Benzin, sondern auch bei Diesel zeigt sich ein klares Ost-West-Gefälle. Mit einem Preis von 1,74 Euro pro Liter belegt Sachsen-Anhalt den vierten Platz unter den teuersten Bundesländern. Nur in Schleswig-Holstein, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern müssen Autofahrer noch mehr für Dieselkraftstoff bezahlen.

Für die Analyse verglich der ADAC die Preisdaten von rund 14.000 Tankstellen in Deutschland am 17. Februar um 11 Uhr. Dass Sachsen-Anhalt regelmäßig zu den Spitzenreitern bei den Tankkosten gehört, ist dabei keine neue Entwicklung. Das Bundesland führt dieses Ranking schon seit längerer Zeit an.

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Mehrere Faktoren treiben die Preise in die Höhe

Die hohen Spritpreise in Sachsen-Anhalt haben mehrere Ursachen:

  • Abhängigkeit von ostdeutschen Raffinerien: Der Osten ist bei der Spritversorgung auf die Raffinerien in Leuna im Saalekreis und im brandenburgischen Schwedt angewiesen. Beide Anlagen leiden seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine unter dem Wegfall russischen Öls.
  • Geringe Tankstellendichte: In Sachsen-Anhalt gibt es deutlich weniger Tankstellen als in anderen Bundesländern, was den Wettbewerb verringert und die Preise hochhält.
  • Hohe Transportkosten: Die Kosten für den Transport von Raffinerien oder Tankern zu den Zapfsäulen schlagen sich direkt auf die Endpreise nieder.
  • Autobahntankstellen verzerren den Landeswert: In Regionen mit vielen Autobahnkilometern und geringer Zapfsäulendichte treiben die hohen Preise an Rastplätzen den Durchschnittswert nach oben. An Autobahntankstellen kostet der Liter Kraftstoff oft 30 Cent mehr als in städtischen Gebieten.

ADAC gibt praktische Spartipps für Autofahrer

Um trotz der hohen Preise Geld zu sparen, empfiehlt der Automobilclub mehrere Strategien:

  1. Abends tanken: Im Vergleich zu den Morgenstunden lassen sich so bis zu 13 Cent pro Liter sparen.
  2. Preise vergleichen: Der ADAC rät, die Kosten an verschiedenen Tankstellen konsequent zu vergleichen.
  3. Günstigste Option wählen: Autofahrer sollten regelmäßig dort tanken, wo es am preiswertesten ist.

Die Analyse zeigt deutlich, dass strukturelle Faktoren und regionale Besonderheiten die Spritpreise in Sachsen-Anhalt nachhaltig beeinflussen. Für Autofahrer bleibt nur, durch kluges Tankverhalten die finanziellen Belastungen zu minimieren.

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