Mindestens 20 Drogentote in Sachsen im vergangenen Jahr registriert
Im Freistaat Sachsen sind im Jahr 2025 mindestens 20 Menschen nach dem Konsum von Drogen gestorben. Diese Zahlen gehen aus einer Kleinen Anfrage der Linken-Politikerin Juliane Nagel im Sächsischen Landtag hervor. Zusätzlich wurden den Behörden sechs weitere Todesfälle nachgemeldet, die bereits im Jahr 2024 erfolgten. Somit erhöht sich die Gesamtzahl der Drogentoten für das Jahr 2024 auf insgesamt 34 Personen.
Linke kritisiert Untätigkeit der Staatsregierung
Die Abgeordnete Juliane Nagel übte scharfe Kritik an der sächsischen Staatsregierung. „Die Staatsregierung darf nicht tatenlos zusehen“, betonte Nagel in ihrer Stellungnahme. Sie forderte konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation. „Das ärztliche Personal braucht dringend Anreize, um Substitutionsbehandlungen durchführen zu können. Suchtprävention und die gesamten Hilfesysteme müssen endlich gut ausgestattet werden“, so die Politikerin weiter.
Leipzig als trauriger Spitzenreiter
Mit Abstand die meisten Drogentoten wurden in der Stadt Leipzig verzeichnet. Hier starben im vergangenen Jahr zehn Menschen nach Drogenkonsum. Besonders tragisch ist dabei, dass in der Messestadt bereits ein fertiges Konzept für einen Drogenkonsumraum existiert. Sowohl die notwendige Ausstattung als auch geeignete Träger und qualifizierte Mitarbeitende stehen bereit. Aufgrund der angespannten Haushaltslage wurde dieses lebensrettende Projekt jedoch vorerst auf Eis gelegt.
Forderungen nach nachhaltigen Lösungen
Die Linke fordert von der sächsischen Landesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket:
- Stärkung der Suchtprävention durch ausreichende finanzielle Mittel
- Verbesserte Unterstützung für bestehende Hilfesysteme
- Schaffung von Anreizen für medizinisches Personal zur Durchführung von Substitutionsbehandlungen
- Umsetzung des bereits vorliegenden Konzepts für Drogenkonsumräume in Leipzig
Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um weitere Todesfälle zu verhindern und Betroffenen angemessene Hilfe zukommen zu lassen.



