Besonderer Arbeitsplatz in historischem Ambiente: Schloss Mirow sucht neuen Hausmeister
Das Personalzimmer im Schloss Mirow erzählt nicht nur von vergangenen Zeiten, als bis zu 60 Bedienstete den herzoglichen Alltag organisierten. Hinter versteckten Tapetentüren verbirgt sich heute moderne Haustechnik, die den Museumsbetrieb am Laufen hält. Während die Personalliste heute lediglich fünf Mitarbeiter umfasst, sucht das Team um Museumschefin Susanne Bocher und Kastellan Ralf Bäßler dringend Verstärkung.
Nachfolge für die gute Seele des Hauses
Nach mehr als zwölf Jahren treuen Dienstes hat sich Hausmeister Hans-Joachim Kroll in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Jeden Tag begann seine Arbeit in der ehemaligen Wärmekammer, wo früher Speisen warmgehalten wurden und heute zentrale Technikanlagen untergebracht sind. „10.000 Schritte kommen dabei gut und gerne zusammen“, berichtet Schlossleiterin Susanne Bocher über den umfangreichen Verantwortungsbereich.
Vielfältige Aufgaben in historischem Umfeld
Der Hausmeister von Schloss Mirow betreut nicht nur das 600 Quadratmeter große Haupthaus, sondern auch die Remise, das Torhaus, den Garten und die gesamte Schlossinsel. „In diesem Job ist kein Tag wie der andere“, betont Kastellan Rolf Bäßler, der als direkter Ansprechpartner fungiert. Besondere Aufmerksamkeit erfordern die sensiblen Klimabedingungen, denn Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen könnten den wertvollen Gemälden, Seidentapeten, historischen Möbeln und dem Parkettboden nachhaltig schaden.
Mehr als nur handwerkliches Geschick
Kastellan Bäßler verwaltet die Gebäude und behält alle Ausgaben sowie Einnahmen im Blick. Er weiß genau, wie viele Lampen mit Leuchtmitteln bestückt werden müssen, welche Fenster regelmäßig gewartet werden sollten und welche Fachfirmen für spezielle Arbeiten wie Parkettreinigung oder Elektrikprüfungen herangezogen werden. „Ich bin darauf angewiesen, jemanden im Haus zu haben, der nicht nur handwerkliches und technisches Geschick hat, sondern auch über die Sensibilität für das Arbeiten in einem denkmalgeschützten Gebäude verfügt“, erklärt er die besonderen Anforderungen.
Einzigartiger Arbeitsort mit Geschichte
Schloss Mirow liegt auf einer malerischen Insel in der Mecklenburgischen Seenplatte und zieht jährlich bis zu 30.000 Besucher an. „Hier erinnern wir an schräge Herzöge, mächtige Witwen und an Prinzessinnen, die zu Königinnen wurden“, schwärmt Susanne Bocher von der historischen Bedeutung des Ortes. Der Hausmeister sorgt dafür, dass die Spuren des regen Besucherverkehrs täglich beseitigt werden – von der Leerung der Mülleimer bis zur Reparatur einer lockeren Eichendiele.
Besondere Herausforderungen im Jahresverlauf
Im Winter öffnet das Schlossmuseum nur nach Voranmeldung, und die Ausstellungsräume bleiben unbeheizt. Lediglich für besondere Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen wird der Festsaal hergerichtet – eine weitere Aufgabe für den Hausmeister. Aktuell springen die Kollegen in solchen Fällen ein, doch Bocher hofft, dass ihr Team bald wieder vollständig sein wird. „Das habe ich häufig von unserem alten Hausmeister Joachim Kroll zu hören bekommen – Mirow ist ein ganz besonderer Arbeitsort“, resümiert die Schlossleiterin und sucht eine neue gute Seele für das historische Gemäuer.



