Ein Leben für Sachsen: Michael Sagurna im Alter von 70 Jahren verstorben
Die politische Landschaft Sachsens trauert um eine ihrer prägenden Persönlichkeiten der Aufbaujahre. Michael Sagurna, der langjährige Regierungssprecher und enge Vertraute des ersten sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf, ist am Montagabend im Alter von 70 Jahren in Dresden verstorben. Seine Familie bestätigte den Tod gegenüber Medien und würdigte in einer Mitteilung seinen stillen und würdevollen Umgang mit einer schweren Erkrankung in den letzten Lebensjahren.
Die Stimme des neuen Sachsen
Nach der Wiedergründung des Freistaates holte Kurt Biedenkopf den gebürtigen Paderborner 1991 nach Dresden, wo Sagurna zum Regierungssprecher ernannt wurde. Schnell entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Berater des Ministerpräsidenten und wurde zur zentralen Kommunikationsfigur der jungen Staatsregierung. Als strategischer Kopf im Hintergrund erklärte er nicht nur den politischen Kurs, sondern verteidigte Reformen und prägte maßgeblich das Bild Sachsens in Berlin und bundesweit.
Vom Journalisten zum Staatsdiener
Geboren am 27. September 1955, studierte Sagurna Kommunikationswissenschaften und Jura, bevor er seine Karriere als Journalist begann. Stationen führten ihn nach Bonn, zum RIAS nach West-Berlin und sogar als Auslandskorrespondent nach Afghanistan. Diese umfassende Medienerfahrung machte ihn zum idealen Kommunikator für die politischen Herausforderungen des wiedererstandenen Freistaates.
Bis zum Rücktritt Biedenkopfs im April 2002 blieb Sagurna an dessen Seite. Unter Nachfolger Georg Milbradt übernahm er sogar noch größere Verantwortung als Chef der Sächsischen Staatskanzlei und Staatsminister.
Spätere Karriere in Medienaufsicht und Kommunikationsbranche
Nach seiner aktiven politischen Laufbahn wechselte Sagurna in die Medienregulierung. Von 2013 bis 2019 war er Präsident des Medienrates der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien (SLM) und blieb dem Gremium später als Sachverständiger verbunden. Parallel dazu blieb er der Kommunikationsbranche treu: Als Senior Consulting Partner bei der Dresdner PR-Agentur WeichertMehner brachte er seine umfangreiche Erfahrung ein. Zuletzt lebte er in einem Pflegeheim am Blauen Wunder in Dresden.
Michael Sagurnas Wirken erstreckte sich über drei Jahrzehnte sächsischer Geschichte. Seine Fähigkeit, Politik zu erklären und Mehrheiten zu organisieren, machte ihn zu einer Schlüsselfigur der frühen Landesentwicklung. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der politischen Erinnerungskultur des Freistaates.



