Sachsen: Zahl der Zwangsräumungen geht zurück, doch Linke warnt vor verfrühter Entwarnung
Sachsen: Zwangsräumungen sinken, aber Linke sieht keine Trendwende

Sachsen verzeichnet Rückgang bei Zwangsräumungen

Die Zahl der Zwangsräumungen in Sachsen hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang verzeichnet. Nach Angaben aus einer kleinen Anfrage der Linksfraktion im sächsischen Landtag wurden im Jahr 2025 insgesamt 2.115 Wohnungen zwangsgeräumt. Dies stellt eine signifikante Verringerung gegenüber dem Vorjahr dar, als mit 2.704 Fällen ein Höchststand erreicht wurde. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2.628 Räumungsaufträge erteilt, was die anhaltende Problematik in diesem Bereich unterstreicht.

Linke warnt vor verfrühter Entwarnung

Die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Juliane Nagel, äußerte sich trotz des positiven Trends mit großer Vorsicht. „Der Rückgang ist erfreulich, doch von einer Trendwende können wir noch nicht ausgehen“, betonte sie. Nagel verwies darauf, dass Mietschulden nach wie vor die Hauptursache für Zwangsräumungen darstellen. Bereits ein Mietrückstand von zwei Monaten könne zur Kündigung führen, was für die Betroffenen oft den Verlust ihrer Wohnung und in vielen Fällen sogar Obdachlosigkeit bedeutet.

Steigende Zahlen bei Wohnungslosigkeit

Parallel zum Rückgang der Zwangsräumungen verzeichnet Sachsen einen besorgniserregenden Anstieg der Wohnungslosigkeit. Zum Stichtag 31. Januar 2025 wurden in Sachsen 6.885 wohnungslose Menschen erfasst, was einen deutlichen Zuwachs gegenüber den 4.535 Fällen im Vorjahr darstellt. „Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein, denn viele Betroffene sind verdeckt wohnungslos“, warnte Nagel. Diese Entwicklung unterstreicht die Komplexität der Wohnungsproblematik im Freistaat.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Forderungen nach umfassender Strategie

Die Linksfraktion fordert von der sächsischen Landesregierung eine entschlossene und umfassende Strategie zur Bekämpfung von Wohnungslosigkeit. Zu den zentralen Forderungen gehören:

  • Stärkung des Mieterschutzes, um Kündigungen aufgrund von Mietschulden zu erschweren
  • Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen
  • Bessere finanzielle und strukturelle Unterstützung der Kommunen bei der Wohnungspolitik
  • Präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Wohnungsverlust

„Wir fordern die Staatsregierung auf, wirksam gegen Wohnungslosigkeit und Zwangsräumungen vorzugehen“, so die klare Botschaft der Opposition. Die Linke betont, dass trotz des aktuellen Rückgangs bei Zwangsräumungen dringender Handlungsbedarf besteht, um die strukturellen Ursachen der Wohnungsnot nachhaltig zu bekämpfen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration