Sachsens Schäfer kämpfen mit sinkenden Preisen und Wolfsrissen vor Ostern
Sachsens Schäfer: Sinkende Preise und Wolfsrisse vor Ostern

Sachsens Schäfer in der Osterzeit: Zwischen Hoffnung und Herausforderungen

Die Wochen vor Ostern markieren für Sachsens Schäfer den Höhepunkt der Lämmer-Saison. In diesem Jahr verzeichnet der Freistaat eine erfreuliche Steigerung der Lämmergeburten im Vergleich zu den Vorjahren. Schäfermeister Sieghard Walter von der Landwirtschaft GmbH & Co. KG Machern bei Bennewitz im Landkreis Leipzig erklärt, dass die Osterlämmer derzeit mit speziellem Getreide gefüttert werden, das mit Eiweißkomponenten angereichert ist, um eine optimale Entwicklung zu gewährleisten.

Preisverfall bei steigenden Kosten belastet die Erzeuger

Doch die Freude über die wachsende Zahl der Lämmer wird durch wirtschaftliche Sorgen getrübt. Nach Angaben des Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes liegt der Preis für ein Kilogramm Lammfleisch im lebenden Zustand derzeit bei etwa 4,20 Euro. Verbandssprecherin Regina Walther betont: „Im Vorjahr lag er auch schon bei fünf Euro. Ein Rückgang des Preises bei gleichzeitig gestiegenen Kosten für die Erzeuger in allen Bereichen ist hart.“ Die Schlachtreife erreichen Lämmer typischerweise mit einem Gewicht von etwa 42 bis 45 Kilogramm. Für Endverbraucher bedeutet dies, dass ein Kilogramm Lammkeule im Handel rund 40 Euro kostet, was die finanzielle Belastung für die Schäfer unterstreicht.

Schafe als unverzichtbare Landschaftspfleger

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Schafe in Sachsen erstmals wieder deutlich angestiegen. Laut Verbandsangaben wurden insgesamt 132.400 Tiere inklusive Lämmern gezählt. Dieser Anstieg ist besonders bedeutsam, da der Bestand in den zwei Jahrzehnten zuvor um etwa 30.000 Tiere zurückgegangen war. Schafe spielen eine zentrale Rolle im Naturschutz, da sie durch Beweidung wertvolle Naturschutzflächen und Biotope mit seltenen Tier- und Pflanzenarten pflegen und erhalten. Regina Walther unterstreicht: Schafe sind als Landschaftspfleger und im Naturschutz unverzichtbar.

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Wolfsrisse bleiben ein drängendes Problem

Ein weiteres gravierendes Problem für Sachsens Schäfer sind die Risse durch Wölfe. Im vergangenen Jahr wurden laut Verband 210 Schadensfälle gemeldet, bei denen 527 Tiere betroffen waren und 416 getötet wurden. Die Bundesregierung plant, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, um sogenannte Problemwölfe leichter töten zu können – beispielsweise wenn sie Zäune überwunden und Schafe getötet haben. Derzeit beraten die zuständigen Ausschüsse im Bundestag über den entsprechenden Gesetzesentwurf, bevor dieser sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat zur Abstimmung kommt. Diese politischen Maßnahmen sind für die Schäfer von entscheidender Bedeutung, um ihre Herden besser schützen zu können.

Zusammenfassend steht Sachsens Schäfergemeinschaft in dieser Osterzeit vor einer gemischten Bilanz: Während die gestiegene Zahl der Lämmer Hoffnung auf eine robustere Population macht, belasten sinkende Fleischpreise bei gleichzeitig hohen Kosten und die anhaltende Bedrohung durch Wolfsrisse die wirtschaftliche und emotionale Belastbarkeit der Erzeuger. Die Rolle der Schafe im Naturschutz bleibt dabei unbestritten, doch ohne angemessene Unterstützung und Schutzmaßnahmen könnte die Zukunft dieser traditionellen Landwirtschaft in Sachsen unsicher bleiben.

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