Warnstreiks im sächsischen Regionalverkehr: Verdi ruft zu Arbeitsniederlegungen auf
In Ostsachsen steht eine weitere Runde von Warnstreiks im Regionalverkehr bevor. Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag bis Samstag in den fünf Landkreisen Görlitz, Bautzen, Sächsische Schweiz Osterzgebirge, Meißen sowie in der Landeshauptstadt Dresden zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Pendler müssen sich zum Ende der Osterferien auf erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr einstellen.
Betroffene Verkehrsbetriebe und Einschränkungen
Von den Streikmaßnahmen sind mehrere wichtige Verkehrsbetriebe betroffen. Dazu zählen die Unternehmen RBO, GVB, VGH, DVS, VGM und RVSOE. Diese Betriebe sind für den Regionalverkehr in den genannten Landkreisen verantwortlich. Straßenbahnen, Busse und Fähren der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) fahren hingegen regulär und sind von den Arbeitsniederlegungen nicht betroffen. Die Gewerkschaft Verdi hat diese Differenzierung in ihrer offiziellen Mitteilung deutlich gemacht.
Hintergrund: Festgefahrene Tarifverhandlungen
Hintergrund der erneuten Warnstreiks sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Nahverkehr (AVN-Gruppe). Laut Gewerkschaftsangaben gab es auch in der bereits fünften Verhandlungsrunde keine Einigung zwischen den Sozialpartnern. Die Arbeitgeberseite zeige bislang keine Bereitschaft, den finanziellen Rahmen substanziell zu erweitern, heißt es in der Verdi-Mitteilung. Zudem liegen zu zentralen Forderungen der Gewerkschaft noch keine konkreten Angebote vor.
Zu den wichtigsten Forderungen von Verdi gehören:
- Verbesserungen bei der Arbeitszeit im Schichtdienst
- Erhöhung des Jahresurlaubs für die Beschäftigten
- Substantielle Verbesserungen der finanziellen Rahmenbedingungen
Gewerkschaft kritisiert Stillstand und plant Ausweitung
Verdi-Verhandlungsführer Sven Vogel sprach in einer Stellungnahme von einem deutlichen Stillstand in den Verhandlungen. „Ohne ein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber wird es keine Einigung geben“, betonte Vogel. Die Gewerkschaft kündigte bereits an, dass eine deutliche Ausweitung der Streikmaßnahmen in den kommenden Wochen geplant ist. Ein Termin für die nächste Verhandlungsrunde steht bisher nicht fest, was die Unsicherheit für alle Beteiligten weiter erhöht.
Die Warnstreiks treffen die Region zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt – zum Ende der Osterferien, wenn viele Pendler und Reisende auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Die Verkehrsbetriebe und die Gewerkschaft raten allen Betroffenen, sich frühzeitig über alternative Verkehrsmöglichkeiten zu informieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen.



