Blutspende-Engpass in Thüringen und Sachsen-Anhalt vorerst überwunden
Die kritische Situation bei den Blutkonserven in Thüringen und Sachsen-Anhalt hat sich vorübergehend entspannt. Nach einem dringenden Aufruf des Roten Kreuzes Mitte Januar können die Blutspendedienste nun wieder ausreichende Vorräte melden. „Es gab eine tolle Spendenbereitschaft und wir sind seit einigen Tagen wieder versorgungssicher“, erklärte ein Sprecher des Blutspendedienstes des Roten Kreuzes. Alle Anfragen aus Kliniken könnten aktuell bedient werden.
Gründe für den Engpass und aktuelle Sorgen
Der im Januar aufgetretene Mangel war laut dem Sprecher so gravierend wie seit drei Jahren nicht mehr. „In dem Stand, in dem wir waren, haben einige Krankenhäuser schon angefangen, Eingriffe zu schieben“, berichtete er. Mehrere Faktoren hatten zu der kritischen Lage beigetragen:
- Eine ungewöhnlich hohe Nachfrage der Krankenhäuser nach Blutkonserven
- Eine frühe Grippewelle im Dezember, die viele potenzielle Spender ausschloss
- Die traditionell geringere Spendenbereitschaft über die Weihnachtsfeiertage
- Das Sturmtief Elli im Januar, das an einem Tag die Zahl der Spender von geplanten 2.700 auf nur 700 reduzierte
Trotz der aktuellen Entspannung gibt es Bedenken: „Es gibt aber noch etwas Sorge, ob Spender ihre geplanten Spenden für Februar und März vorgezogen hätten - und dann ein erneuter Mangel auftreten könnte“, so der Sprecher.
Weiterhin dringender Bedarf an regelmäßigen Spenden
Auf dem erreichten Niveau könne man sich nicht ausruhen, betonte der Sprecher. „Es ist total wichtig, dass die Leute weiter spenden“. Besonders knapp seien aktuell die Blutgruppen A positiv, 0 positiv und B negativ. „Da sind wir gerade so an der Schmerzgrenze“, erklärte er. Die begrenzte Haltbarkeit mancher Konserven – teilweise nur wenige Tage – mache regelmäßige Spenden unverzichtbar.
Notwendigkeit von Puffervorräten für Notfälle
Ein ausreichender Puffer für unvorhergesehene Ereignisse sei essenziell. Als Beispiel nannte der Sprecher den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem innerhalb einer Stunde mehrere Hundert Konserven benötigt worden seien. Solche Ereignisse führten zwar oft zu einer erhöhten Spendenbereitschaft in der Bevölkerung, doch für den akuten Bedarf komme diese Hilfe meist zu spät. Die Blutspendedienste sind daher auf kontinuierliche Vorräte angewiesen, um jederzeit auf Notfälle reagieren zu können.



