Uraltes Gasthaus Heidemühle in Caselower Heide wieder geöffnet
Heidemühle: Uraltes Gasthaus im Wald wieder geöffnet (06.05.2026)

Abseits der Zivilisation lockt die idyllische „Heidemühle“ in der Caselower Heide mit Leckereien. An Wochenenden und Feiertagen läuft dort die Backstube heiß. Seit sechs Generationen ist das kleine Gasthaus im Familienbesitz und hat nun wieder geöffnet.

Ein Treffpunkt seit Jahrhunderten

Wenige Kilometer von Brüssow entfernt, mitten im Wald, befindet sich ein historisches Gasthaus, das bereits seit dem 14. Jahrhundert Besucher anzieht. Schon um 1370 wurde auf dem Gelände neben Landwirtschaft auch Gastwirtschaft betrieben. Die „Heidemühle“ ist bis heute ein Treffpunkt für Jung und Alt. In der Neuzeit sind es nicht mehr Pferdekutschen, sondern Fahrräder, Mopeds und Autos von Einheimischen, die vor dem idyllisch gelegenen Anwesen halten. Denn die „Heidemühle“ ist der klassische Insidertipp.

Lage und Umgebung

Die Mühle liegt ziemlich versteckt, fast in Sichtweite der A20, aber genau dort, wo die meisten glauben, dass der schmale, holprige Weg zu Ende sei. Nur von Fahrenwalde kommend ist die Zufahrt ausgeschildert. Dass die Leute trotzdem auch im Jahr 2026 wieder Wochenende für Wochenende „hinholpern“, hat vor allem mit der jüngsten Tochter des Betreibers und ihrer Begabung zu tun. Gina-Marie Kobolla ist eine begnadete Bäckerin.

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Beliebte Kuchen und Angebote

Sie kredenzte den Gästen ihres Vaters auch am vergangenen Wochenende wieder duftenden Bienenstich und leckere Pfirsich-Schmand-Torte. „Kuchen nach uraltem Rezept, das mögen die Leute am liebsten“, erzählt die Gastwirtstochter. Als der Nordkurier kam, war das letzte Stück Kuchen gerade verkauft, bedauerte Gina-Marie Kobolla: „Aber zum 1. Mai ist Nachschub da.“

Gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Justin huscht die 26-Jährige in der Saison samstags und sonntags sowie an Feiertagen dienstbeflissen zwischen den Tischen der „Heidemühle“ umher - so es ihre Jobs erlauben. Die beiden sind im „richtigen Leben“ im sozialpädagogischen Bereich und bei der Bundeswehr beschäftigt. Das Paar greift dem Chef aber bereitwillig unter die Arme, wenn es klemmt: „In der Familie hilft man sich halt.“

Familienbetrieb in sechster Generation

Sie könne auch gar nicht anders, als hier herumzuwirtschaften, sagt die Tochter, weil ihr Herz ganz doll an dem kleinen Gasthaus hänge, das schon in der sechsten Generation von der Familie geführt werde. Sie hofft, dass das Wirtshaus auch noch viele weitere Jahre Bestand hat - trotz der Entfernung zur Zivilisation.

Die fast verwunschen anmutende Abgeschiedenheit mitten im Wald mache doch gerade den Reiz der Location aus, versichern Gäste aus Perleberg. Die Bikergruppe lässt ihre Ausfahrten gern an dem sauberen Teich vor dem Lokal enden, „weil man da den Alltag so schön vergessen kann.“

Zukunftsaussichten

Auch Radfahrer und Fußgänger scheuen den Weg bis dorthin nicht. Noch zu DDR-Zeiten vergnügten sich vor allem zu Christi Himmelfahrt und an anderen Feiertagen hunderte Menschen hier im Grünen. Gina-Marie Kobolla wagt den Blick in die nahe Zukunft: „Am 1. Mai, zu Herrentag und an Pfingsten wird hier gewiss wieder die Hölle los sein. Aber so lieben wir das.“ Die Teigschüsseln und Backbleche stehen schon bereit. Ebenso wie die legendäre Softeismaschine.

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