Kaufkraft in Thüringen: Landkreise schneiden besser ab als Städte
Kaufkraft in Thüringen: Landkreise besser als Städte

Kaufkraft in Thüringen: Städte fallen zurück, Landkreise punkten

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln offenbart deutliche regionale Unterschiede bei der Kaufkraft im Freistaat Thüringen. Während die Einkommen hier bundesweit zu den drittniedrigsten zählen, sorgen vergleichsweise geringe Lebenshaltungskosten für eine mittlere Platzierung im Länderranking.

Städtische Zentren mit geringerer Kaufkraft

Die Analyse zeigt, dass sich die Menschen in den drei größten Städten Thüringens – Jena, Weimar und Erfurt – von ihrem Einkommen am wenigsten leisten können. In Jena verbleiben lediglich 25.302 Euro, in Weimar 25.646 Euro und in Erfurt 25.977 Euro als um die regionalen Preise bereinigtes Durchschnittseinkommen. Dies liegt daran, dass die Einkommen in diesen Städten zwar im landesweiten unteren Mittelfeld rangieren, das Preisniveau jedoch deutlich über dem anderer Thüringer Regionen liegt.

Landkreise profitieren von niedrigen Lebenshaltungskosten

Ganz anders sieht es in den ländlichen Regionen aus. Hier führen niedrigere Preise zu einer höheren realen Kaufkraft. Spitzenreiter ist der Landkreis Hildburghausen mit 29.378 Euro, gefolgt von den Landkreisen Greiz (29.243 Euro) und Eichsfeld (29.002 Euro). Auch der Wartburgkreis (28.905 Euro) und die Stadt Suhl (28.773 Euro) schneiden überdurchschnittlich ab.

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Thüringen im bundesweiten Vergleich

Im Ranking aller 16 Bundesländer belegt Thüringen mit einem bereinigten regionalen Durchschnittseinkommen von 27.651 Euro (Datenbasis 2023) den achten Platz. Nur in Sachsen-Anhalt sind die Lebenshaltungskosten noch niedriger als in Thüringen, was die vergleichsweise günstige Position trotz geringer Einkommen erklärt. Bayern führt das Bundesländer-Ranking mit 30.396 Euro an, da hier hohe nominale Einkommen auf die dritthöchsten Preise treffen.

Methodik und Datenbasis

Die Auswertung des IW Köln basiert auf einer umfangreichen Datensammlung zu regionalen Preisen in kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und Landkreisen in Deutschland. Diese wurden mit Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft. Beide Datensätze beruhen auf Zahlen aus dem Jahr 2023, da für die Einkommen keine aktuelleren validen Daten vorliegen. Ein direkter Vergleich mit früheren IW-Studien ist nur eingeschränkt möglich, da sich Methoden und Spitzenreiter ändern – früher lag bayerisches Starnberg vorn, nun ist es Heilbronn in Baden-Württemberg.

Komplette Rangliste der Thüringer Regionen

Die vollständige Übersicht der um die Preise bereinigten Durchschnittseinkommen in Thüringen:

  1. Landkreis Hildburghausen: 29.378 Euro
  2. Landkreis Greiz: 29.243 Euro
  3. Landkreis Eichsfeld: 29.002 Euro
  4. Wartburgkreis: 28.905 Euro
  5. Suhl: 28.773 Euro
  6. Landkreis Schmalkalden-Meiningen: 28.704 Euro
  7. Saale-Holzland-Kreis: 28.667 Euro
  8. Landkreis Sonneberg: 28.534 Euro
  9. Landkreis Saalfeld-Rudolstadt: 28.309 Euro
  10. Saale-Orla-Kreis: 28.261 Euro
  11. Altenburger Land: 28.258 Euro
  12. Landkreis Weimarer Land: 27.929 Euro
  13. Landkreis Gotha: 27.407 Euro
  14. Landkreis Sömmerda: 27.380 Euro
  15. Gera: 27.276 Euro
  16. Unstrut-Hainich-Kreis: 27.103 Euro
  17. Ilm-Kreis: 26.954 Euro
  18. Landkreis Nordhausen: 26.946 Euro
  19. Kyffhäuserkreis: 26.834 Euro
  20. Erfurt: 25.977 Euro
  21. Weimar: 25.646 Euro
  22. Jena: 25.302 Euro

Die Studie unterstreicht, dass die reale Kaufkraft stark von der regionalen Preisstruktur abhängt und nicht allein von der Höhe der Einkommen bestimmt wird.

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