Feuer auf Runneburg: Historische Särge der Fürstenfamilie wahrscheinlich zerstört
Beim verheerenden Brand auf der Runneburg in Weißensee sind nach aktuellen Erkenntnissen vermutlich auch mehrere historische Särge der Familie der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt unwiederbringlich zerstört worden. Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten teilte mit, dass das Land als Eigentümerin der wertvollen Holzsärge diese seit dem Jahr 2022 in dem nun vom Feuer betroffenen Gebäude zwischengelagert hatte. Nach einem ersten Augenschein geht die Stiftung davon aus, dass die Särge zu den bedauerlichen Verlusten gehören, die durch das Feuer vor etwa zwei Wochen verursacht wurden.
Genauere Untersuchungen stehen noch aus
Allerdings kann das genaue Ausmaß der Zerstörung erst nach der vollständigen Beräumung des in der Brandruine liegenden Brandholzes festgestellt werden. Der Brand brach in der Nacht zum 26. März aus, nach bisherigen Ermittlungen aufgrund eines technischen Defekts an einer Stromleitung in einem früher als Küche genutzten Gebäude auf der Runneburg. Das Feuer hinterließ schwere Schäden an der gesamten Burganlage, wobei die alte Küche quasi komplett zerstört wurde.
Bewegte Geschichte der Särge
Die Särge haben eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich waren sie in der Gruft unter der Schlosskirche von Schloss Schwarzburg aufgestellt. Im Jahr 1940 transportierten die Nationalsozialisten die Särge ab, als sie das Schloss zum Reichsgästehaus umbauten. Zwischenzeitlich wurden die Särge in der Stadtkirche in Rudolstadt aufbewahrt, mussten aber später wegen Platzmangels erneut verlegt werden.
Sicherungsmaßnahmen laufen an
Inzwischen laufen laut Stiftung erste dringende Sicherungsmaßnahmen und bauliche Untersuchungen an der Brandstelle. Die von der Alten Küche übriggebliebenen Außenmauern müssen gesichert werden, um einen möglichen Einsturz zu verhindern und weitere Schäden an der historischen Substanz zu vermeiden. Die Runneburg, eine bedeutende Burganlage in Thüringen, steht somit vor einer aufwendigen Restaurierung.
Historischer Hintergrund des Fürstentums
Aus der Grafschaft Schwarzburg bildete sich das Gebiet, das im Jahr 1710 in den Rang eines Fürstentums erhoben wurde. Residenzstadt der Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt blieb bis zum Ende der Monarchie im Jahr 1918 Rudolstadt, mit der dortigen Heidecksburg als Sitz. Dieser historische Kontext unterstreicht die kulturelle und geschichtliche Bedeutung der nun möglicherweise verlorenen Särge, die als Zeugnisse vergangener Zeiten gelten.



