Thüringer Landesregierung startet Pilotprojekt für innovative Dorfversorgung
Die Thüringer Landesregierung hat auf ihrer Kabinettsklausur in Eisenach ambitionierte Pläne für die Zukunft der ländlichen Versorgung vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Thüringen-Läden, die als multifunktionale Zentren verschiedene Dienstleistungen bündeln sollen.
Multifunktionale Dorfläden mit medizinischen Angeboten
Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) erläuterte nach der zweitägigen Klausur das innovative Konzept: „Die Thüringen-Läden können auf der einen Seite 24-Stunden-Läden sein, die aber vielleicht in einem anderen Raum die Möglichkeit bieten, erste telemedizinische Aufnahmen zu machen oder auch mal einen Arzt mit einem Arztzimmer zu versehen.“ Damit sollen Immobilien im ländlichen Raum klüger genutzt werden, um die Versorgungssituation zu verbessern.
Drohnenlieferungen und digitale Behördengänge
Zu den geplanten Innovationen gehören auch Drohnenlieferungen von Medikamenten aus Apotheken in entlegene Gebiete. Voigt betonte: „Ähnliche Angebote, die es in der Stadt gibt, sollten auch im ländlichen Raum ermöglicht werden.“ Als Beispiel nannte er Einkaufsmöglichkeiten am Sonntag, die in vielen Dörfern und kleinen Gemeinden derzeit nicht verfügbar sind.
Neben medizinischen Dienstleistungen sollen die Thüringen-Läden auch digitale Behördengänge ermöglichen. Bürger könnten dort Kontakt mit dem Landratsamt oder anderen Behörden aufnehmen, ohne lange Wege in Kauf nehmen zu müssen.
Thüringenplan 2026 als Arbeitskompass
Die Kabinettsklausur in Eisenach diente der Erstellung des Thüringenplans 2026, der als Arbeitskompass der Landesregierung fungieren soll. Das Konzept der Thüringen-Läden war bereits im Regierungsvertrag der Brombeer-Koalition erwähnt worden. Dort heißt es: „Einkäufe sollen durch weitere Dienstleistungen (Post, Apotheke, Zugang zu Internet-Angeboten der Verwaltung) vor Ort ergänzt werden und die Läden so zu zentralen Anlaufstellen und Treffpunkten entwickelt werden.“
Akademie ländlicher Raum als Wissensbündelung
Ein weiterer Baustein der Initiative ist die geplante „Akademie ländlicher Raum“. Diese soll gute Beispiele aus der Praxis bündeln und Beratungen für Gemeinden anbieten. Voigt kündigte an: „Da werden wir in diesem Jahr zum ersten Mal Schritte gemeinsam auch mit Anbietern erproben.“
Die Landesregierung setzt damit auf eine Kombination aus traditionellen Versorgungsstrukturen und modernen Technologien, um die Lebensqualität in Thüringens ländlichen Regionen nachhaltig zu verbessern.



