Weißstörche in Thüringen: Bestand wächst, aber Gummibänder bedrohen Jungvögel
Thüringer Storchbestand wächst, Gummibänder gefährden Nachwuchs

Weißstörche in Thüringen: Erfolgreiche Bestandsentwicklung mit menschlichen Schattenseiten

Die Chancen, in Thüringen majestätische Weißstörche zu beobachten, verbessern sich kontinuierlich. Allerdings stellt menschlicher Abfall für die gefiederten Glücksbringer bei der Nahrungssuche eine ernste Bedrohung dar. Aktuelle Zahlen belegen einen erfreulichen Aufwärtstrend bei den Storchenpopulationen im Freistaat.

Rekordzahlen bei Brutpaaren und Jungvögeln

Im vergangenen Jahr besetzten Weißstörche deutlich mehr thüringische Horste als noch 2024. Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz sowie Naturschützer des Nabu dokumentierten insgesamt 212 Weißstorchpaare mit 375 Jungvögeln. „Das sind 31 Brutpaare mehr als im Vorjahr“, erklärt Juliane Balmer von der Staatlichen Vogelschutzwarte des Landesamts in Seebach bei Mühlhausen. Diese positive Entwicklung wird maßgeblich durch das Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Nabu-Mitglieder und weiterer Unterstützer ermöglicht, die jährlich an der Zählung der Tiere teilnehmen.

Verzehnfachung des Bestands innerhalb von zwei Jahrzehnten

Die Entwicklung der Storchenpopulation in Thüringen ist bemerkenswert: „In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Bestand in Thüringen mehr als verzehnfacht – von rund 20 auf inzwischen über 200 Brutpaare“, betont Balmer. Als Gründe für diesen Erfolg nennt sie unter anderem:

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  • Die zunehmende Ausbreitung brütender Störche in östliche Richtung
  • Das intensive menschliche Engagement zur Verbesserung der Lebensbedingungen
  • Den gezielten Bau künstlicher Nisthilfen

Menschengemachte Gefahr: Gummibänder als tödliche Fallen

Trotz der erfreulichen Bestandsentwicklung warnen Vogelschützer vor einer spezifischen, menschengemachten Gefahr. Altvögel verwechseln häufig unsachgemäß entsorgte Gummibänder mit Regenwürmern und verfüttern diese an ihren Nachwuchs. Diese Bänder gelangen oft über den Biomüll in die Umwelt und somit in die Nahrungskette der Störche. „Neben natürlichen Ursachen mussten wir mehrfach feststellen, dass Jungstörche durch verschluckte Gummibänder gestorben sind“, berichtet Balmer traurig. Von den 212 Brutpaaren brachten im vergangenen Jahr 47 keine Jungvögel zum Ausfliegen – eine Zahl, die teilweise auf diese vermeidbare Todesursache zurückzuführen ist.

Regionale Verteilung der Storchenpopulation

Die Weißstörche verteilen sich nicht gleichmäßig über Thüringen. Besonders erfolgreich brüten sie in folgenden Regionen:

  1. Wartburgkreis mit insgesamt 60 Brutpaaren
  2. Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit 29 Paaren
  3. Landkreise Gotha und Sömmerda mit jeweils 24 Paaren

Diese regionale Konzentration zeigt, wo die Lebensbedingungen für die Störche besonders günstig sind und wo Schutzmaßnahmen besonders wirksam umgesetzt wurden.

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