NBA-Superstar Antetokounmpo in offenem Konflikt mit Milwaukee Bucks – Liga ermittelt
Ein ungewöhnlicher Konflikt erschüttert derzeit die NBA: Superstar Giannis Antetokounmpo befindet sich im offenen Streit mit seinem eigenen Franchise, den Milwaukee Bucks. Während der griechische Basketball-Nationalspieler dringend aufs Spielfeld zurückkehren möchte, verweigert das Team aus Wisconsin seine medizinische Freigabe. Die Situation hat mittlerweile ein solches Ausmaß angenommen, dass die National Basketball Association eine offizielle Untersuchung gegen die Bucks eingeleitet hat.
Antetokounmpo fühlt sich wie „geschlagen“
Der 31-jährige Forward, der seit einer Knieverletzung am 15. März pausiert, betont vehement seine Einsatzbereitschaft. „Ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt“, zitiert The Athletic den zweifachen MVP. „Wenn also jemand kommt und mir sagt, ich solle nicht spielen oder nicht antreten, ist das wie ein Schlag ins Gesicht. Ich weiß also nicht, wie es mit dieser Beziehung weitergehen soll.“
Antetokounmpo, der in dieser Saison bereits mit Wadezerrungen und einer Adduktorenverletzung zu kämpfen hatte und nur auf 36 Einsätze kam, äußerte sich vor der 101:133-Niederlage gegen die Boston Celtics deutlich: „Ich bin verfügbar, aber ich bin nicht im Spiel. Ich bin bereit. Jetzt sofort. Ich weiß nicht, was hier gerade für ein Spiel gespielt wird, ich will einfach kein Teil davon sein.“
NBA untersucht widersprüchliche Aussagen
Die NBA hat sowohl Antetokounmpo als auch Vertreter der Bucks und die Teamärzte befragt. Im Zentrum der Ermittlungen stehen mögliche Verstöße gegen die Player Participation Policy sowie widersprüchliche Aussagen zum Gesundheitszustand des Superstars. Während die Franchise der Liga mitteilte, dass Antetokounmpo aktuell nicht spielfähig sei, widerspricht der „Greek Freak“ dieser Darstellung energisch.
„Wenn mir jemand sagt, ich soll nicht spielen oder nicht konkurrieren, fühlt sich das wie eine Ohrfeige an“, stellte Antetokounmpo klar. Und fügte vielsagend hinzu: „Ich weiß nicht, wohin die Beziehung von hier aus geht.“
Spielergewerkschaft wittert Tanking-Versuch
Besonders brisant: Laut Berichten wollten die Bucks Antetokounmpo für den Rest der Saison komplett schonen, was der Spieler jedoch abgelehnt haben soll. Die Spielergewerkschaft NBPA kritisierte dieses Vorgehen scharf und verwies darauf, dass Anti-Tanking-Regeln nur so wirksam seien wie ihre Durchsetzung.
Die Player Participation Policy sieht Sanktionen vor, wenn gesunde Stars ohne ausreichende medizinische Grundlage geschont werden. Bereits 2024 wurden die Brooklyn Nets in einem ähnlichen Fall mit einer Geldstrafe von 100.000 Dollar belegt.
Saison für Milwaukee längst gelaufen
Sportlich ist die Saison für die Bucks bereits beendet. Mit der Niederlage am 28. März wurden sie offiziell aus dem Playoff-Rennen eliminiert – erstmals seit der Saison 2015/16. Fünf Hauptrundenspiele stehen noch aus, doch ohne ihren Superstar scheint die Motivation bei den Bucks begrenzt.
Antetokounmpo selbst forderte die Untersuchung offen heraus: „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Spieler meines Kalibers das öffentlich gesagt hat: Ich will verdammt noch mal spielen. Also, wenn es eine Untersuchung geben muss, großartig. Es sollte eine geben. Ich weiß nicht. Es sollte eine geben. Bis wir etwas herausfinden.“
Die Situation zeigt, wie fragil das Verhältnis zwischen Franchise und Superstar sein kann, wenn sportliche und medizinische Interessen kollidieren. Während Antetokounmpo seine Wettkampfmentalität demonstriert, scheinen die Bucks bereits auf die nächste Saison zu blicken – eine Haltung, die nun von der NBA genau unter die Lupe genommen wird.



