Deutsche Basketballer erkämpfen sich knappen Sieg in der WM-Qualifikation
Mit viel Kampfgeist und Nervenstärke hat die deutsche Basketball-Nationalmannschaft einen wichtigen Erfolg in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2027 errungen. Im Bonner Telekom Dome setzte sich das Team von Bundestrainer Alex Mumbrú mit 91:89 nach Verlängerung gegen Kroatien durch und revanchierte sich damit für die knappe Niederlage vom vergangenen Freitag in Zagreb.
Thiemann als entscheidender Faktor
Der 32-jährige Johannes Thiemann erwies sich einmal mehr als unverzichtbarer Stützpfeiler der Mannschaft. Bei seinem 110. Länderspiel stellte der Routinier mit 24 Punkten eine persönliche Bestmarke im Nationaltrikot auf und sammelte zudem zwölf Rebounds. "Es war ein guter Tag für mich", zeigte sich Thiemann nach dem Spiel zufrieden. "Es wäre sehr bitter für die weitere Qualifikation gewesen, wenn wir heute verloren hätten. Deshalb sind wir sehr glücklich mit dem Sieg."
Bereits vor der Partie war Thiemann für sein 100. Länderspiel geehrt worden, das er während der Europameisterschaft im vergangenen Jahr absolviert hatte. Trotz einer kürzlichen Gehirnerschütterung, die ihn wochenlang in Japan außer Gefecht gesetzt hatte, reiste der erfahrene Center extra an, um der Nationalmannschaft zu helfen.
Mumbrús Kader-Puzzle bleibt herausfordernd
Bundestrainer Alex Mumbrú hatte bereits im Vorfeld von einem "sehr kniffligen" Qualifikationsfenster gesprochen. Tatsächlich fehlten dem Spanier zahlreiche Leistungsträger:
- Die NBA-Profis um Kapitän Dennis Schröder und Topspieler Franz Wagner
- Nahezu alle Akteure aus der Euroleague
- Maodo Lo, Daniel Theis, Isaac Bonga, Johannes Voigtmann und Bayern-Star Andreas Obst
"Der Sieg gehört allen Spielern, die in diesem Fenster mit dabei waren", lobte Mumbrú nach der Aufholjagd, bei der sein Team einen zwischenzeitlichen 15-Punkte-Rückstand dank einer großen Energieleistung noch wettmachte.
Qualifikationslage und Ausblick
Mit nun drei Siegen bei einer Niederlage hat Deutschland die Qualifikation für die nächste Gruppenphase bereits vor dem abschließenden Vorrunden-Fenster Anfang Juli sicher. Da jedoch alle Ergebnisse in die Zwischenrunde mitgenommen werden, bleibt jeder Sieg wichtig. Dort wartet in Polen eine Mannschaft, die bislang alle vier Spiele gewonnen hat. Weitere mögliche Gegner sind die Niederlande, Lettland oder Österreich.
"Das ist ein wirklich großer Sieg für uns, der wichtig für den weiteren Verlauf der Qualifikation ist", betonte Mumbrú. DBB-Vizepräsident Armin Andres ergänzte: "Da ist uns heute schon ein Stein vom Herzen gefallen."
Planungen für die Zukunft
Die Verantwortlichen wissen, dass die Kaderzusammenstellung in den nächsten beiden Qualifikationsfenstern Anfang Juli und Ende August nicht einfacher wird. Mumbrú wird sich daher in den kommenden Wochen auf den Weg in die USA machen, um nicht nur Gespräche mit Schröder und anderen NBA-Profis zu führen, sondern auch mit einigen der zahlreichen College-Spieler in Amerika.
"Wir wollen diesen Sommer nutzen, um einen kleinen Generationswechsel einzuleiten", erklärte Andres. Die Verantwortlichen hoffen auf das Mitwirken von Spielern wie Christian Anderson, Eric Reibe oder Sananda Fru.
Planen kann Mumbrú auch weiterhin mit Johannes Thiemann. "Wenn der Körper es zulässt, bin ich immer dabei", versicherte der Center. Für seine starke Leistung erhielt Thiemann sogar Lob von Dennis Schröder, der bei Instagram schrieb: "JT is a bad man" - gemeint natürlich ausschließlich positiv angesichts von Thiemanns Double-Double mit 24 Punkten und 12 Rebounds.



